Gastartikel
„Ich rauche doch nur Zigaretten – darauf steht nicht die Todesstrafe“
„Na gut, ich habe es nicht geschafft aufzuhören, was soll’s. Ich fühle mich jetzt nicht schuldig oder gehe hart mit mir ins Gericht. Ich meine, ich rauche doch nur Zigaretten, darauf steht nicht die Todesstrafe.“ Bei dieser Aussage musste ich an mich halten, um nicht laut loszulachen. Sie wurde ernsthaft von einer Kursteilnehmerin vorgebracht, die es nicht einmal geschafft hatte, sich für zwei Tage von Nikotin fernzuhalten. Sie brachte dieselben altbekannten Ausreden wie alle anderen, neuer Job, Druck in der Familie, so viele andere Veränderungen zur Zeit…
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Zu sagen, dass das Rauchen von Zigaretten ein Verbrechen ist, das nicht mit der Todesstrafe bestraft werden kann – das war mir neu. Laut Angaben der Vereinten Nationen tötet das Zigarettenrauchen jedes Jahr 4,9 Millionen Menschen. Wir wissen, dass diese Menschen durch Tabak getötet wurden, dennoch ist es schwierig, diese Todesfälle zu klassifizieren. Waren es Morde, Selbstmorde oder Unfälle?
Wenn man den Einfluss der Tabakindustrie untersucht, ist man geneigt, all die tabakbedingten Todesfälle als Mord zu bezeichnen. Die Tabakindustrie manipuliert uns durch die Werbung, die das Rauchen als harmlos, sexy, mondän und erwachsen hinstellt. Diese Taktiken tragen dazu bei, dass Erwachsene und Kinder mit dieser hochgradig süchtig machenden Substanz experimentieren. Die Tabakindustrie weiß: Wenn sie es einmal schafft, die Leute zum Anfangen zu bewegen, dann hat sie diese am Haken und kann sie im Laufe eines Raucherlebens um viele Tausend Euro erleichtern.
Die Tabakindustrie widerspricht immer den Ergebnissen aller von renommierten medizinischen Instituten durchgeführten Studien, die einstimmig zu dem Schluss gekommen sind, dass Rauchen tödlich ist. Die Tabakindustrie versucht, die Leute glauben zu machen, dass diese Angriffe auf die Zigaretten alles Lügen sind. Wenn die Medizin die Öffentlichkeit in Bezug auf das Rauchen in die Irre führen wollte, dann würde sie die Gefahren kleiner aussehen lassen, nicht größer. Denn die Medizin hat ein persönliches Interesse daran, dass die Menschen weiter rauchen. Je mehr Leute rauchen, desto mehr muss zur Behandlung ihrer schlimmen und tödlichen Krankheiten getan werden. Die Medizin jedoch hat eine berufliche und moralische Verpflichtung, den Leuten dabei zu helfen, gesünder zu werden. Das einzige Ziel der Tabakindustrie ist, die Leute zum Rauchen zu bringen, egal zu welchen Kosten.
Man könnte argumentieren, dass Rauchen eine Art Selbstmord ist. Die Tabakindustrie mag vielleicht die Gefahren herunterspielen, aber jeder Raucher mit durchschnittlicher Intelligenz weiß, dass Zigaretten schlecht für seine Gesundheit sind, raucht aber trotzdem weiter. Ich glaube allerdings nicht daran, dass es richtig ist, die meisten rauchbedingten Todesfälle als Selbstmord zu klassifizieren. Wenn ein Raucher das Risiko kennt und trotzdem nicht aufhört, heißt das noch lange nicht, dass er gerade versucht, sich umzubringen. Er raucht, weil er nicht weiß, wie er aufhören soll.
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Der Tod durch Rauchen ist eher ein Unfall als ein Selbstmord. Der Raucher stirbt zwar vielleicht heute, aber sein Tod ist die Folge seiner ersten Züge vor zwanzig oder mehr Jahren. Als er mit dem Rauchen anfing, waren die Gefahren noch unbekannt. Für die Gesellschaft war Rauchen akzeptabel, ja, in manchen sozialen Gruppen sogar Pflicht. Er kannte aber nicht nur die Gefahren nicht, er wusste auch nicht, dass Rauchen abhängig macht. Als die Gefahren dann bekannt wurden, war er schon abhängig, und er dachte, das sei nun für immer so. Jeder Raucher kann aufhören, aber leider wissen viele nicht, wie.
Wie auch immer die Klassifizierung – Mord, Selbstmord oder Unfall – das Endergebnis ist das gleiche. Sie haben noch eine Chance, Sie leben noch und Sie wissen, wie Sie mit dem Rauchen aufhören können. Nutzen Sie dieses Wissen zu Ihrem Vorteil. Reihen Sie sich nicht ein in die Statistik – nehmen Sie nie wieder einen einzigen Zug!
This Article is reproduced from “Never Take Another Puff”; Copyright © Joel Spitzer, 2003 This book or any portion thereof may be freely distributed in either electronic or print form so long as no charge is made for it, and so long as this notice remains with any significant portion of the work when distributed. WhyQuit.com »
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