Nichtraucher-Zigaretten.de

    
17:04 Uhr | Sonntag, 28. Juni 2009  

Gastartikel

  

„Mit dem Rauchen aufhören“: ein Schicksal, schlimmer als der Tod?

Besucher meiner Workshops sind erstaunt darüber, mit welchem Widerstand Raucher ihre Zigaretten aufgeben. Selbst Raucher sitzen manchmal da und hören sich mit schierem Unglauben die Horrorgeschichten anderer Teilnehmer an. Manche Raucher haben schon mehrere Herzinfarkte hinter sich, es wurden ihnen Körperteile amputiert, weil sie so schlimme Durchblutungsstörungen hatten, sie litten an Krebs, einem Lungenemphysem und einer Unmenge anderer tödlicher Krankheiten. Wie um Himmels willen konnten diese Menschen nach all dem bloß immer noch weiter rauchen? Einige dieser Raucher sind sich völlig der Tatsache bewusst, dass das Rauchen sie verkrüppelt und sie tötet, aber sie rauchen trotzdem weiter. Eine legitime Frage, die von jedem geistig gesunden Raucher und Nichtraucher gestellt wird, ist „warum?“

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Die Lösung für diese reichlich komplexe Angelegenheit ist ganz einfach. Oft hat der Raucher die Zigaretten in seinen Lebensstil so tief eingebettet, dass er das Gefühl hat alles aufgeben zu müssen, was er gerne tut, wenn er aufhört zu rauchen. Wenn man bedenkt, dass er damit fast alle Beschäftigungen vom morgendlichen Aufwachen bis zum Schlafengehen meint, dann könnte man meinen, das Leben als Ex-Raucher sei nicht lebenswert. Der Raucher hat zusätzlich Angst davor, dass er schmerzhafte Entzugserscheinungen erfahren wird, solange er sich selbst seiner Zigaretten beraubt. Wenn man all dies in Betracht zieht, entsteht eine größere Angst vor dem Aufhören als vor dem frühzeitigen Tod durch Rauchen.
Wenn der Raucher mit all seinen Annahmen über das Leben als Ex-Raucher recht hätte, wäre es vielleicht wirklich unsinnig, mit dem Rauchen aufzuhören. Aber all diese Annahmen sind falsch. Es gibt ein Leben nach dem Rauchen, und der Entzug dauert keine Ewigkeit. Einen Raucher hiervon zu überzeugen ist jedoch ein harter Kampf. Er glaubt so fest daran, weil die falschen positiven Effekte des Rauchens sich in seine Vorstellungswelt tief eingebrannt haben.
Raucher glauben oft, dass sie eine Zigarette brauchen, um morgens überhaupt aus dem Bett zu kommen. Typischerweise hat der Raucher morgens leichte Kopfschmerzen, ist müde, reizbar, depressiv und desorientiert. Er steht unter dem Eindruck, dass alle Menschen sich so fühlen, wenn sie morgens aufwachen. Er ist jedoch in der glücklichen Lage, diese schrecklichen Empfindungen abstellen zu können. Er raucht eine oder zwei Zigaretten. Danach kommt er langsam auf Touren und beginnt, sich wieder wie ein Mensch zu fühlen. Wenn er wach ist, benötigt er Zigaretten, die ihm Energie geben, damit den Tag übersteht. Wenn er gestresst und nervös ist, wirken die Zigaretten beruhigend. Dieses Wundermittel aufzugeben, kommt ihm gar nicht in den Sinn.

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Wenn er jedoch aufhört zu rauchen, wird er eine angenehme Überraschung erleben: Er wird sich besser fühlen und das Leben besser meistern können als damals, als er noch rauchte. Wenn er morgens aufwacht, wird er sich viel besser fühlen als zu seiner Zeit als Raucher. Vorbei sind die Tage, an denen er sich aus dem Bett quälte und sich furchtbar dabei fühlte. Nun wacht er auf und fühlt sich ausgeruht und erfrischt. Er ist ganz generell ruhiger als damals als Raucher. Selbst in Stress-Situationen durchläuft er normalerweise nicht die Panikreaktionen, die er immer dann durchmachte, wenn sein Nikotinlevel unter ein akzeptables Niveau fiel. Der Glaube, dass Zigaretten für die Energiezufuhr benötigt würden, ist der irreführendste überhaupt. Fast jeder Ex-Raucher kann bestätigen, dass er mehr Kraft, Ausdauer und Energie hat als jemals zu der Zeit, in der er noch rauchte. Die Angst vor dem ewigen Entzug ist auch vollkommen unbegründet, denn die Entzugserscheinungen erreichen schon nach drei Tagen ihr Maximum, und nach zwei Wochen sind sie komplett verschwunden.
Wenn man sich als Raucher die Chance gäbe herauszufinden, wie schön Nichtrauchen ist, hätte man die irrationalen Ängste nicht mehr, welche einen die tödliche Sucht aufrecht erhalten lassen. Man wird herausfinden, dass das Leben einfacher, glücklicher, sauberer und – am allerwichtigsten – gesünder wird als jemals zuvor während des Raucherlebens. Die einzige Angst, die man nun haben kann, ist die vor dem Rückfall, und um diesen abzuwenden, folgt man nur einer einfachen Regel: Nie wieder einen einzigen Zug!

Über den Autor

Quit Smoking This Article is reproduced from “Never Take Another Puff”; Copyright © Joel Spitzer, 2003 This book or any portion thereof may be freely distributed in either electronic or print form so long as no charge is made for it, and so long as this notice remains with any significant portion of the work when distributed. WhyQuit.com »


 

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