Nichtraucher-Zigaretten.de

    
21:19 Uhr | Sonntag, 28. Juni 2009  

Gastartikel

  

„Sie wissen, dass zwei oder drei Zigaretten besser sind als zwei oder drei Päckchen!“

Eine wütende Kursteilnehmerin warf mir diesen Satz an den Kopf, nachdem sie an drei aufeinander folgenden Tagen während ihres Rauchentwöhnungs-Seminars heimlich geraucht hatte. Sie war wütend, weil ich ihr immer wieder sagte, dass sie damit ihre Chance verspiele, mit dem Rauchen aufzuhören. Ich sagte ihr, solange sie drei oder zwei Zigaretten rauche oder auch nur einen einzigen Zug nähme, solle sie gleich die anderen zwei Päckchen hinterher rauchen, die sie normalerweise in 24 Stunden zu sich nehmen würde. Sie litt fürchterlich und war überzeugt, dass dieses ganze Leid einem nützlichen Zweck dienen müsse. Ich ließ ihren wertvollen Versuch klein erscheinen, und sie war über meine Arroganz absolut wütend.

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Sie hatte vorher an anderen professionellen Programmen teilgenommen. Die anderen Programme betrachteten eine 80%-ige Reduzierung des Rauchens als eine große Leistung. Sicher, sie dachten, 100% wären besser, aber nicht alle Menschen könnten 100% erreichen. Ihr Arzt würde wahrscheinlich auch zustimmen, dass es besser sei, wenn sie wenigstens ihr Rauchen drastisch reduzierte, wenn sie schon nicht aufhören könne. Ihre Familie und ihre Freunde waren ebenfalls gleichermaßen von ihrem großen Sieg beeindruckt. Dann kam sie zu unseren Treffen und ich sagte ihr, dass sie wieder ganz am Anfang stünde, und sie solle entweder alles rauchen oder ganz damit aufhören. Sie war überzeugt davon, dass ich in Wirklichkeit dächte, sie würde ihre Arbeit gut machen, es aber ihr gegenüber nicht zugeben würde.
In Wirklichkeit betrachtete ich ihren Versuch, das Rauchen zu reduzieren, nicht als eine lobenswerte Bemühung. Zigarettenrauchen ist eine Sucht. Weil dies so ist, stehen Raucher vor der Wahl: alles oder nichts. Während andere Programme, Familie, Freunde und andere Professionelle die drastische Reduktion als beeindruckend ansehen mögen, verstehen sie doch in Wahrheit nicht, dass die Reduzierung nur ein zeitweiliger Zustand ist. Es ist sinnlos, das Rauchen um 50, 80, 90 oder sogar 99,9 % zu reduzieren. Dieser Versuch wird im völligen Desaster enden. Diese Fälle des Scheiterns resultieren meistens darin, dass allmählich das alte Konsumniveau oder sogar ein wesentlich höheres Niveau erreicht wird. Es macht sich nicht bezahlt, für einen Tag oder eine Woche oder sogar einen Monat weniger zu rauchen, nur um später deswegen mehr zu rauchen. Das Endresultat eines solchen Verhaltensmusters ist oft eine Beeinträchtigung der Gesundheit oder – mit der Zeit – der Verlust des eigenen Lebens. Noch nie hat jemand sein Leben verloren, weil er den Schlusspunkt- und Abstinenz-Ansatz unseres Seminars befolgt hat, aber viele sind bereits gestorben und noch viel mehr werden sterben, weil sie diesen Ansatz nicht ernst nehmen.
Der letztendliche Verlust der Gesundheit und des Lebens ist nicht das einzige Problem, wenn das Rauchen in unserem Programm reduziert wird. Es entsteht das viel gegenwärtigere Problem eines intensivierten Entzugs, der über einen längeren Zeitraum hinweg andauert. Es ist nicht so, dass derjenige, der mit dem Rauchen aufhört, sich mit einer oder zwei Zigaretten am Tag belohnt. Stattdessen verlängert er den Zeitraum, in dem er meint, sich 30 oder 40 Zigaretten am Tag zu versagen. Dieser Zeitraum dauert an, bis er entweder völlig mit dem Rauchen aufhört und die anfängliche Entzugsphase hinter sich gebracht hat oder aber, bis das alte Konsumniveau wieder erreicht wird. Leider ist die zweite Alternative das weitaus häufigere Ergebnis.

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Für einen Menschen, der wahrhaftig vom Nikotin abhängig ist, garantiert die Reduzierung des Tabakkonsums Leiden und Versagen. Es lohnt sich nicht, nur um des Leidens willen zu leiden. Die Schlusspunktmethode mag etwas Unwohlsein verursachen, dieses ist jedoch kurzfristig, und am Ende kann die Freiheit von Zigaretten stehen. Sicherlich kann das Aufhören mit der Schlusspunktmethode schwierig sein. Aber für einen Abhängigen ist das Aufhören mit Hilfe anderer Methoden so gut wie unmöglich. Wenn Ihnen die Wahl zwischen schwierig und unmöglich angeboten wird, wählen Sie das Schwierige. Dort gibt es wenigstens eine Chance auf Erfolg. Mit diesem Erfolg kommt eine verbesserte Gesundheit, ein gesteigertes Selbstwertgefühl, soziale Akzeptanz, mehr Geld und eine Verbesserung der Lebensqualität im allgemeinen. Wenn Sie es erst einmal geschafft haben aufzuhören, müssen Sie nur eines tun, um Ihr Leben von der Nikotinsucht frei zu halten: Nie wieder einen einzigen Zug!

Über den Autor

Quit Smoking This Article is reproduced from “Never Take Another Puff”; Copyright © Joel Spitzer, 2003 This book or any portion thereof may be freely distributed in either electronic or print form so long as no charge is made for it, and so long as this notice remains with any significant portion of the work when distributed. WhyQuit.com »


 

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