Nichtraucher-Zigaretten.de

    
21:14 Uhr | Freitag, 28. August 2009  -(nichtraucher-zigaretten.de) - 0 Kommentare »

Gastartikel

  

„Helfen Sie mir, ich bin rückfällig geworden!“

 

Eine Bitte um Hilfe oder ein Betteln um Aufmerksamkeit? Während meiner Seminare haben alle Teilnehmer meine Telefon- und Handy-Nummern, damit sie mich 24 Stunden am Tag erreichen können. Ich sage immer jedem, dass man mich im Notfall zu jeder Tages- oder Nachtzeit anrufen solle. Ich sage sogar, dass es nicht unbedingt ein Notfall zu sein braucht. Wenn sie mitten in der Nacht aufwachen, sich gut fühlen und einfach nur Hallo sagen möchten und dass alles in Ordnung ist, dann ist das auch OK (meine Familie hasst das an mir, aber hat sich mittlerweile damit arrangiert). Glücklicherweise nehmen es nicht viele Leute in Anspruch, aber das Angebot steht.

Ich will, dass sie wissen, dass sie Hilfe bekommen, wenn sie diese brauchen. Ich habe kein Problem damit, wenn mich jemand anruft – egal, zu welcher Zeit, wenn Hilfestellung geleistet werden kann.
Mich jedoch inmitten der Nacht anzurufen, um mir von einem Rückfall zu erzählen, ist absolut nicht notwendig. Eine SMS tagsüber, die mir von einem Rückfall berichtet, hält mich vielleicht vom Mittagessen ab oder holt mich von meiner Lieblingsserie oder auch nur von einer interessanten Werbung im Fernsehen weg und ist ebenfalls vollkommen sinnlos. Wenn erst einmal ein Zug genommen wurde, besteht kein Notfall mehr, kein wirklicher Notfall. Nichts steht mehr auf dem Spiel. Der Rückfall ist bereits erfolgt.

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Die zweite, dritte oder sogar zehnte Zigarette haben keine wirkliche Bedeutung mehr, da sie alle das Ergebnis des ersten Zuges darstellen, genau so wie all die anderen hunderttausend oder vielleicht sogar mehr als eine Million, die folgen werden. Will ich es also gar nicht wissen, wenn jemand rückfällig geworden ist? Doch. Ich bitte darum, mir in diesem Fall eine Postkarte mit der guten alten Schneckenpost zu schicken. Sie wird irgendwann bei mir ankommen, und ich kann meine Statistik auf den neuesten Stand bringen. Aber es besteht kein Grund dazu, dass ich wegen einer solchen Nachricht mitten in der Nacht geweckt werde und auch nur eine Sekunde Schlaf verliere.
Die Unterstützung, die im Online-Selbsthilfe-Forum angeboten wird, funktioniert ähnlich. Es dauert vielleicht ein paar Minuten, bevor jemand auf die neue Nachricht reagieren kann, aber meistens nicht lang. Während man auf Antwort wartet, steht einem genug Lesestoff zur Verfügung. Man kann die täglichen Nachrichten lesen, spezifische Foren-Gebiete wie zum Beispiel „Rückfall Prävention” erforschen, man kann eine Zeit damit verbringen, den Forums-Index zu lesen, oder man kann sogar WhyQuit.Com besuchen. Es ist genug Material da, um den Entschluss zu stärken. Wenn man sich stärken lassen will.
Unterm Strich: Senden Sie eine Nachricht, bevor Sie rückfällig werden. Lesen Sie und lesen Sie, bis jemand Ihnen antwortet. Wahrscheinlich werden Sie Ihre Gedanken bis dahin neu geordnet haben, so dass die Antwort gar nicht so notwendig sein wird. Aber es ist schön zu wissen, dass sich jemand um Sie sorgt. Die Krise werden Sie dann schon überwunden haben, denn das dauert nicht lang.

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Vielleicht haben Sie gerade eine Lebenskrise. Diese Probleme hätten Sie aber in jedem Fall, egal ob Sie aktiv rauchen, nicht mehr rauchen oder auch noch nie geraucht haben. Wenn Sie jedoch über die tatsächliche Situation nachdenken, werden Sie erkennen, dass Ihr Rückfall in eine tödliche Sucht in keinster Weise dazu beitragen wird, das existierende Problem zu lösen. Er wird nur ein weiteres lebensbedrohliches Problem mit sich bringen, mit dem Sie sich befassen müssen.
Wenn Ihr Rückfall dann letztendlich zu Ihrem vorzeitigen Tod führt, wird jeder, der Sie kennt und den Sie zurücklassen, mit derselben Trauer und Frustration leben müssen. Wollen Sie wirklich, dass Ihre Kinder, Eltern, Geschwister, Freunde, Kollegen und Bekannten zusätzlich zu der Erinnerung an Sie auch noch die Erinnerung an Ihren Rückfall in die tödliche Drogensucht haben? Wenn nicht, dann zeigen Sie es ihnen, solange Sie noch leben. Sie demonstrieren es sich jeden Tag selbst. Sie können aufhören und in allen Lebensverhältnissen rauchfrei bleiben, solange Sie sich daran halten: Nie wieder einen einzigen Zug!

Über den Autor

Quit Smoking This Article is reproduced from “Never Take Another Puff”; Copyright © Joel Spitzer, 2003 This book or any portion thereof may be freely distributed in either electronic or print form so long as no charge is made for it, and so long as this notice remains with any significant portion of the work when distributed. WhyQuit.com »


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