Es war billig, eine Schachtel hat viel weniger als 50 Cent gekostet. Zigaretten waren leicht erhältlich. Sie konnten überall rauchen, wann immer Sie wollten. Es war ehrenhaft. Ihre Freunde haben es getan, Ihre Verwandten haben es getan, Ihre Kollegen haben es getan, Ihr Chef hat es getan, sogar Ihr Arzt hat es getan. Es war kein soziales Stigma, im Gegenteil, Sie wurden als weltgewandt, schlau, cool, aufgeklärt und sogar als gesund und robust betrachtet, wenn Sie einen Zug nach dem anderen tief einatmeten. Sie fühlten sich nie dadurch bedroht – so weit es Sie betraf, war es sicher. Sie haben nie einen Entzug verspürt, und selten Nikotinvergiftung. Als Sie zu jeder Zeit rauchen konnten, immer wenn Ihnen danach war, konnten Sie das Nikotin in optimaler Balance halten und mussten sich nie Extremen aussetzen.
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Ohne Extremen gegenüber zu stehen, haben Sie nie die Konsequenzen erkannt, die mit dem Gebrauch einer abhängig machenden Substanz zusammenhängen. Sie haben geraucht, weil Sie es genossen. Für eine Weile wussten Sie, dass Sie es tun oder auch bleiben lassen konnten.
Aber 1964 begann sich die Situation zu verändern. Dies war der Zeitpunkt, an dem der erste Bericht des Gesundheitsministers (der USA, Anm. d. Ü.) veröffentlicht wurde. Zum ersten Mal wurde die Öffentlichkeit über die frühen, bekannten Gefahren des Rauchens aufmerksam gemacht. Die Verbindung zu Lungenkrebs wurde untermauert und die Risiken von Herzerkrankungen wurden offensichtlich. Diejenigen, die den Report tatsächlich gelesen und die Implikationen der frühen Studien verstanden hatten, waren unter den Ersten, die aufhörten zu rauchen. Unter den ersten Gruppen, die das Rauchen in ihren Kreisen verminderten, waren Ärzte und Zahnärzte. Mit der Zeit und mit der Veröffentlichung von Hunderten und dann Tausenden von Berichten wurde die Verbindung zwischen dem Rauchen und einem frühzeitigen Tod immer deutlicher bewiesen. Eine größere Anzahl an nicht-medizinischen Fachleuten trat dem Kreis der Ex-Raucher bei. Ganz plötzlich wurde Rauchen nicht mehr als intelligentes Verhalten angesehen. Raucher wurden nicht gemieden, aber sich wurden nicht mehr für ihr Rauchen bewundert.
Viele Amerikaner versuchten aufzuhören, konnten es jedoch nicht. Zum ersten Mal merkten sie, dass sie nicht mehr aus freien Stücken rauchten. Sie waren süchtig. Sie wussten, dass sie aus gesundheitlichen Gründen mit dem Rauchen aufhören sollten, aber ohne ein Verständnis darüber, wie Sucht behandelt wird, wussten sie nicht wie. Sie waren über diese Erkenntnis vielleicht nicht glücklich, dennoch haben sie sich beim Rauchen wohl gefühlt (es sei denn, sie hatten störende Auswirkungen gespürt). Sie konnten schließlich immer noch in den regelmäßigen Abständen rauchen, die notwendig waren, um die Konsequenzen eines Nikotinentzugssyndroms zu verhindern. Sie waren Drogenabhängige.
Die Nikotinsucht hatte aber noch immer Riesenvorteile gegenüber jeder anderen Sucht. Sicher, sie tötete buchstäblich mehr Menschen als alle anderen Abhängigkeiten zusammengenommen, inklusive Alkohol und Heroin. Aber sie war immer noch legal, erhältlich und in der Gesellschaft relativ akzeptabel. Dies sind wichtige Attribute einer Drogensucht. Denn selbst wenn die Langzeitfolgen tödlich sind, sind die sofortigen, kurzfristigen Auswirkungen relativ komfortabel, wenn nicht sogar angenehm. Welche andere Droge könnten Sie sich selbst mehr als 40 Mal pro Tag zuführen und sich dabei den kleinen pharmakologischen Kick holen, den ein Raucher mit einem jeden einzelnen Zug bekommt?
Raucher wurden immer noch nicht mit den chronischen Entzugssyndromen konfrontiert, mit denen andere Süchtige rechnen mussten, die nicht in der Lage waren, immer größere Mengen einer Substanz zu konsumieren. Der Körper entwickelt durch die Sucht eine immer größer werdende Toleranz der Droge gegenüber.
Mit den Gefahren, die dem Passivrauchen zugeschrieben, gerieten Raucher dann erst richtig ins Kreuzfeuer. Die Nichtraucher, welche die Mehrheit der Bevölkerung ausmachen, wurden intolerant. Arbeitsplätze, die Häuser von Freunden und Familienmitgliedern, öffentliche Treffpunkte und selbst das eigene Haus des Rauchers wurden zur rauchfreien Zone erklärt. Man konnte sich nicht mehr ungestört die immer größer werdenden Dosen zuführen, um so den Nikotinentzug zu vermeiden. Nun rauchte der Raucher den ganzen Tag über entweder zuviel oder zu wenig. Er rauchte zu viel, weil er so viel Nikotin wie möglich bekommen wollte, um die vielen Stunden bis zur nächsten Dosis zu überstehen. Er rauchte stundenlang zu wenig, wenn er durch Nichtraucher-Regeln und -Vorschriften daran gehindert wurde. Chronischer Entzug und chronische Vergiftung waren die Norm für viele Raucher.
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Heute muss der Raucher sich also nicht nur um die langsamen, verkrüppelnden Auswirkungen von Nikotin oder den langfristigen tödlichen Effekt Sorgen machen. Er muss sich Tag für Tag damit herumschlagen, dass er eine gesellschaftlich nicht akzeptable Sucht unterhält, die viele Stunden am Tag nicht erlaubt ist. Raucher leiden, weil sie zu viel oder zu wenig rauchen. Sie werden von vielen verachtet. Sie sollten von allen bemitleidet und von niemand beneidet werden. Die Erinnerungen an die Blütezeit des Rauchens sind in der heutigen Realität eine Farce. Die Realität des Rauchens ist ein Leben in Folter und ein langsamer Tod. Geraten Sie nicht in die Falle eines Lebens in der Sucht – nehmen Sie nie wieder einen einzigen Zug!
This Article is reproduced from “Never Take Another Puff”; Copyright © Joel Spitzer, 2003 This book or any portion thereof may be freely distributed in either electronic or print form so long as no charge is made for it, and so long as this notice remains with any significant portion of the work when distributed. WhyQuit.com »


