Denn nun tut es wirklich weh!
„Ich möchte aus Gesundheitsgründen aufhören. Ich habe keinen Puls mehr in den Beinen, und mein Arzt sagt, er muss operieren. Aber er wird es nicht einmal in Erwägung ziehen zu operieren, bis ich mit dem Rauchen aufhöre. Außerdem habe ich Polypen in der Kehle gehabt, und alle meine Ärzte sagen, ich muss aufhören zu rauchen.“
Diese dramatische Geschichte erzählte mir neulich eine Teilnehmerin eines meiner Seminare am dritten Kurstag. Als ich sie fragte, wie lange sie diese Probleme, die ja definitiv vom Rauchen kämen, schon habe, sagte sie, „seit vielen Jahren“. Dann fragte ich, warum sie sich ausgerechnet jetzt zum Aufhören entschlossen habe. Sie antwortete: „Weil es jetzt wirklich weh tut!“
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Im Gegensatz zur Angst ist Schmerz ein fabelhafter Beweggrund, um seinen Lebensstil zu ändern und zum Beispiel mit dem Rauchen aufzuhören. Angst vor etwas, was vielleicht passieren kann, kann jemanden eventuell dazu bewegen, über das Aufhören nachzudenken. Aber mit der Angst kann man feilschen. Gedanken wie „vielleicht passiert mir ja nichts“ werden oft als Verteidigungsmechanismus benutzt, um die Zigarettensucht des Rauchers zu schützen. Schmerzen können jedoch nicht so leicht abgetan werden. Sie sind da, sie geschehen jetzt, und es tut weh.
Während Schmerz eine starke Motivation für einen positiven Wechsel sein kann, kann er auch dafür verantwortlich sein, dass verhindert wird, dass notwendige Änderungen erfolgreich vorgenommen werden. Die Teilnehmerin in der oben erwähnten Geschichte ist ein gutes Beispiel hierfür. Sie wusste seit Jahren, dass ihre Zigaretten sie langsam verkrüppelten und töteten. Aber jeder Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören resultierte in Nikotinentzugs-Symptomen. Dieses Unbehagen führt dazu, eine Zigarette zu nehmen, um dabei zu helfen, den Entzug zu erleichtern. Unvermeidlicherweise endet dies in einem Rückfall. Während der Raucher hier also das Problem des Entzugs vielleicht gelöst hat, verlängerte die benutzte Methode ein viel schlimmeres Problem – die Weiterführung einer mächtigen und tödlichen Sucht.
Vielleicht bringt es ein gewisses Maß an Unbehagen mit sich, wenn man das Rauchen aufgibt. Diese Unbequemlichkeiten sind aber vollkommen unbedeutend, wenn man sie mit den Schmerzen und dem Leiden vergleicht, die durch das Weiterrauchen verursacht werden. Der körperliche Entzug erreicht schon nach drei Tagen seinen Höhepunkt, und nach zwei Wochen wird er gänzlich überstanden sein. Krankheiten wie das Lungenemphysem, Herzkrankheiten, andere Durchblutungsstörungen und Krebs dauern Monate oder gar Jahre und bringen ein ebenso langes Leiden mit sich. Diese Schmerzen sind viel stärker als alles, was beim Entzug auftreten kann. Der größte Unterschied besteht allerdings darin, dass diese Krankheiten durchaus dazu in der Lage sind, ihre Opfer für immer zu verkrüppeln oder zu töten.
Raucher sind nicht nur anfällig für diese wirklich katastrophalen Krankheiten. Weil die Abwehrkräfte des Körpers geschwächt sind, werden Raucher öfter von Infektionskrankheiten wie Erkältungen, der Grippe oder Lungenentzündungen heimgesucht. Während die meisten dieser Infektionen selten in einer andauernden Behinderung oder im Tod enden, führen sie doch zu großen Unannehmlichkeiten und Unbehagen. Der Raucher hat nicht nur ein erhöhtes Risiko, diese Krankheiten zu bekommen, sondern er macht auch einen schwereren, schmerzhafteren Krankheitsverlauf durch als ein Nichtraucher. Keinem Nichtraucher würde es einfallen, durch einen sowieso schon entzündeten, brennenden Hals noch trockenen, heißen Rauch einzuatmen. Aber egal wie groß die Schmerzen sind, ein Raucher wird es tun, da er sonst neben der Erkältung auch noch Entzugserscheinungen durchleiden müsste.
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Jeder Raucher, der Angst vor der Erfahrung von Entzugsschmerzen hat, muss also die Alternative bedenken. Weiter zu rauchen bringt potenziell dauerhaftes Leiden durch eine Anhäufung und Verschlimmerung von gewöhnlichen Infektionskrankheiten. Noch schlimmer, Rauchen bringt womöglich lebenslanges, chronisches Leiden an Krankheiten wie Emphysemen, Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen. Und wenn der Raucher zu lange wartet, dann ist die Erlösung oft der Tod, der durch Rauchen verursacht wird. Lassen Sie sich nicht durch die Angst vor Entzug davon abhalten, mit dem Rauchen aufzuhören. Der Entzug ist kurz, und im Vergleich zu dem, was Sie vielleicht durchmachen, wenn Sie weiter rauchen, ist er mild. Sobald Sie einmal aufgehört haben, werden Sie nie wieder Entzugserscheinungen haben, wenn Sie nur daran denken: Nie wieder einen einzigen Zug!
This Article is reproduced from “Never Take Another Puff”; Copyright © Joel Spitzer, 2003 This book or any portion thereof may be freely distributed in either electronic or print form so long as no charge is made for it, and so long as this notice remains with any significant portion of the work when distributed. WhyQuit.com »