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18:35 Uhr | Sonntag, 28. Juni 2009  

Gastartikel

  

Er wird mit dem Rauchen aufhören, wenn es ihm „so richtig dreckig geht“

Früher ist man davon ausgegangen, dass es einem Alkohol- oder Drogenabhängigen erst einmal „so richtig dreckig“ gehen muss, bevor er das Bedürfnis nach Hilfe anerkennt. „So richtig dreckig“ bedeutete hierbei ein so kompliziertes und unhandhabbares Leben, dass der Abhängige gezwungen war zu erkennen, dass es keine Alternative gab, außer mit den Drogen aufzuhören oder alles und jeden, der ihm nahe stand, zu verlieren. Welche Arten von Situationen bewegen einen Süchtigen zu einer solchen Erkenntnis? So ernste Dinge wie der Verlust der Familie, der Karriere, der Gesundheit, vielleicht sogar die Obdachlosigkeit, oder die Gefahr in einem Gefängnis zu landen.

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All diese Geschehnisse sind traumatisch und können leicht eine Existenz zerstören. Wenn dem Süchtigen jedoch viel Zeit, Unterstützung und professionelle Hilfe gewährt werden, kann er oft wieder ein einigermaßen normales Leben führen. Viele haben das Gefühl, dass sie durch eine solche Erfahrung das Leben erst wieder lieben gelernt haben und einen gewissen Abstand gewonnen haben, den sie ohne diesen Schock nicht gewonnen hätten. Solange es einem nicht „so dreckig“ geht, dass dies auch den Verlust des eigenen Lebens mit einschließt, gibt es immer Hoffnung, dass man die durch die Drogen verursachten Probleme wieder korrigieren kann, und vielleicht geht der Abhängige daraus stärker hervor, als er es vor seinen Erfahrungen mit Drogen jemals war.
Raucher sind auch Drogenabhängige. Unglücklicherweise sind einige Raucher mit der Idee zufrieden zu warten, bis es ihnen „so richtig dreckig“ geht, bevor sie eine so drastische Maßnahme wie das Aufhören in Angriff nehmen. Sie finden, dass ihr Leben bis dahin ziemlich gut handhabbar ist. Sie glauben, dass sie relativ leicht aufhören können, wenn es hart auf hart geht. Während diese Art von Logik bei anderen Drogenabhängigkeiten bekanntermaßen funktioniert, gibt es eine große Schwachstelle, wenn man das Rauchen so betrachtet.
Wenn Raucher Erfahrungen der „so richtig dreckigen“ Art machen, sind diese normalerweise nicht mit der Zeit korrigierbar. Raucher verlieren generell nicht ihre Familie wegen des Rauchens. Sie verlieren nicht ihren Arbeitsplatz, und sie stehen wahrscheinlich nicht obdachlos oder ohne einen Pfennig da bei dem Versuch, ihre Sucht zu unterhalten. Für das Rauchen müssen sie nicht ins Gefängnis und werden auch nie ohne ihre Zustimmung in Entziehungskuren eingewiesen. In welcher Art von Situation geht es also Rauchern „so richtig dreckig“?
Eine bestimmte Diagnose bedeutet für die meisten Raucher, dass es ihnen „so richtig dreckig“ geht – die Diagnose einer Krankheit wie Krebs, einer Herzkrankheit oder eines Emphysems. Wenn man zum Zeitpunkt der Diagnose aufhört, dann erhöhen sich natürlich die Überlebenschancen, aber es ist schon viel Schaden entstanden, der nicht mehr repariert werden kann. Mit einem Lungenemphysem wird die Atmung des Patienten für den Rest seines Lebens behindert sein. Mit dem Rauchen aufzuhören wird die weitere Verschlechterung bedeutend verlangsamen oder anhalten, aber es wird nie wieder möglich sein, normal zu atmen. Wenn der Raucher auf die Diagnose einer Krebs- oder Herz-Kreislauferkrankung wartet, bis es ihm „so richtig dreckig“ geht, könnte ihn dies das Leben kosten. Tatsächlich haben viele Raucher gar nicht genug Zeit zu warten, bis es ihnen „so richtig dreckig“ geht. Das erste erkennbare Symptom für diese Raucher ist oft der plötzliche Tod, und das ist wohl eher nicht die Situation, auf die der Raucher gewartet hat.
Viele, die mit dem Rauchen aufhören, bevor sie am Boden zerstört sind, erkennen, dass sie sich körperlich und gefühlsmäßig besser fühlen, als sie es seit Jahren getan haben, und sie wissen die Verbesserungen in Gesundheit und Selbstwertgefühl wirklich zu schätzen. Alle, die aufgehört haben, sollten stolz auf ihre Leistung sein. Sie haben mit dem Rauchen aufgehört, bevor sie mussten. Und sie werden viel davon haben, dass sie diese Maßnahme ergriffen haben.

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An alle, die auf den magischen Moment warten, an dem sie wissen werden, dass es an der Zeit ist: Seien Sie gewarnt. Denn Sie werden vielleicht nicht mehr die Kraft haben aufzuhören. Sie werden vielleicht nicht rechtzeitig den Wunsch haben aufzuhören. Noch viel wichtiger: Sie werden vielleicht gar keine Gelegenheit bekommen, rechtzeitig aufzuhören. Im letzten Jahr starben 390.000 Amerikaner einen frühzeitigen Tod beim Warten auf den richtigen Zeitpunkt. Sie haben ihn nie gefunden. Denken Sie nicht, dass Sie auf irgendeine unvorgesehene Inspiration warten müssten. Hören Sie jetzt auf, bevor Sie dazu gezwungen werden. Hören Sie jetzt auf – und nehmen Sie nie wieder einen einzigen Zug!

Über den Autor

Quit Smoking This Article is reproduced from “Never Take Another Puff”; Copyright © Joel Spitzer, 2003 This book or any portion thereof may be freely distributed in either electronic or print form so long as no charge is made for it, and so long as this notice remains with any significant portion of the work when distributed. WhyQuit.com »


 

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