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16:31 Uhr | Sonntag, 28. Juni 2009  -(nichtraucher-zigaretten.de) - 0 Kommentare »

Gastartikel

  

Ich muss rauchen, weil ich so viel Stress habe!

 

Stress wird von vielen Leuten als Grund zum Rauchen angesehen. Aber in Wirklichkeit ist Rauchen ein Grund für den Stress. Zuletzt habe ich über Menschen geschrieben, die rückfällig geworden sind, und welche Gründe sie für ihre Schwäche angeben: soziale Situationen, Partys, Alkoholkonsum und Stress. In diesem Monat möchte ich den Stressfaktor verstärkt erläutern.

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Im Januar 1979 wurden Chicago (USA, Anm. d. Ü.) und seine Umgebung von einem heftigen Schneesturm verwüstet. Starke Schneefälle direkt nach Neujahr legten das gesamte Land lahm. Weiterer Schnee fiel in der ganzen folgenden Woche. In dieser Zeit wurde ich von den Teilnehmern des Workshops aus dem November 1978 mit Anrufen regelrecht bombardiert. Alle klagten, sie seien so schrecklich nervös, aufgebracht und durcheinander, weil sie „nicht rauchten“. Komischerweise hatten sich die meisten von ihnen noch im Dezember pudelwohl gefühlt. Gelegentlich hatten sie noch den Drang nach einer Zigarette gespürt, aber er hatte jeweils nur Sekunden gedauert und war leicht zu bewältigen gewesen. Was sie im Januar erlebten, war etwas ganz anderes. Viele hatten das Gefühl, sie seien kurz davor durchzudrehen. Das Leben war „einfach nicht lebenswert“ ohne Zigaretten. War die Unruhe, die sie jetzt fühlten, eine echte Nebenwirkung des Aufhörens?
Für jeden außenstehenden Beobachter war die Antwort auf diese mysteriöse Intensivierung der wahrgenommenen Entzugserscheinungen offensichtlich. Hätten unsere Ex-Raucher Radio gehört, ferngesehen oder die Titelseite einer beliebigen Zeitung gelesen, wären sie auf eine Geschichte über „Kabinen-Fieber“ gestoßen. Hätten sie einfach ihre Symptome mit denen des „Kabinen-Fiebers“ verglichen, hätten sie verstanden, was los war.
Indem sie ihre eigene Unruhe mit dem Aufhören in Verbindung brachten, übertrugen sie die Ursache der Unruhe auf einen anderen Auslöser. Sie hatten eigentlich eine normale Reaktion auf eine ungewöhnliche Situation – festzusitzen wegen des Schneesturms. Sie hätten mit oder ohne Zigaretten dieselben Ängste gehabt.
Diese Geschichte zeigt, wie zahlreiche Menschen in einer atypischen Situation ähnliche Symptome beklagen. Aber auch im täglichen Leben gibt es manchmal Probleme. Die Arbeit, die Familie, manche Freunde und Geldprobleme können zu den täglichen Bedrängnissen beitragen. Ex-Raucher denken oft, dass eine Situation gelöst werden kann, wenn sie während dieser stressigen Episode nur einen einzigen Zug von einer Zigarette nehmen könnten. Denken wir nur einmal an den Mann, der auf dem Parkplatz im eiskalten Regen feststellen muss, dass sein Auto einen Platten hat. Wenn ein Ex-Raucher mit dieser Art von Missgeschick konfrontiert wird, ist sein erster Gedanke oft: „Ich muss eine rauchen.“ Was hier aber das Problem lösen würde, wäre ein Reifenwechsel, um dann schnell im warmen Auto wegzufahren. Was würde eine Zigarette denn bewirken? Der Raucher würde nur noch länger auf den platten Reifen starren und würde dabei noch patschnass.

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Dies würde nur zu noch größerem Frust führen. Der erste Zug an der Zigarette würde wahrscheinlich die Sucht wieder aufleben lassen, und das ist eine viel ernstere Krise als die Reifenpanne es jemals war. Es ist eine Tatsache, dass der erste Zug fast immer ein noch viel größeres Problem auslöst aus die Krise, wegen der der Raucher den ersten Zug getan hat. Selbst bei einer wirklichen Katastrophe – etwa bei einem Todesfall in der Familie, Verletzungen, Erkrankungen, Flutkatastrophen mit dem Verlust des Eigenheims, Bankrott und so weiter – wird eine Zigarette das Problem nicht lösen. Im Gegenteil, sie wird nur noch ein weiteres, großes Problem zu der ohnehin schon schlimmen Ausgangslage hinzufügen.
Denken Sie daran, Rauchen kann nicht die Probleme des Alltags lösen. Was auch immer das Problem ist, es gibt eine effektivere Art, es zu lösen als zu rauchen. Die Gesundheitsrisiken, die ein Raucher eingeht, sind ein echtes Problem, das nur gelöst werden kann, wenn Sie an die Grundregel denken: Nie wieder einen einzigen Zug!

Über den Autor

Quit Smoking This Article is reproduced from “Never Take Another Puff”; Copyright © Joel Spitzer, 2003 This book or any portion thereof may be freely distributed in either electronic or print form so long as no charge is made for it, and so long as this notice remains with any significant portion of the work when distributed. WhyQuit.com »


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