Gastartikel
Individualansätze, um Raucher zum Aufhören zu motivieren
Ab und zu erzählt mir jemand von einer außergewöhnlichen Methode, die er entwickelt hat oder von der er gehört hat, um Familienmitglieder oder Freunde zum Aufhören zu motivieren. Vielleicht kann man diese Menschen wenigstens dazu bewegen darüber nachzudenken, ob sie nicht Hilfe von außen einholen möchten, um von dieser tödlichen Sucht wegzukommen. Die meisten Menschen, die aufgehört haben, haben dies ohne professionelle Unterstützung getan. Daher denke ich, dass diese Ansätze brauchbare Alternativen sind für Raucher, die aufhören wollen, oder auch für Sie als Ex-Raucher. Sie können diese benutzen, um Ihren Freunden dabei zu helfen, mit dem Rauchen aufzuhören.
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Erst letztlich erzählte uns eine Gruppenteilnehmerin von einer Freundin, die ihren Mann davon überzeugen wollte, dass er mit dem Rauchen aufhören solle. Sie betrachtete seine Abhängigkeit von diesem Stoff nicht nur als tödlich, sondern auch als verschwenderisch und teuer. Um ihrem Mann diesen Punkt klarzumachen, warf sie jedes Mal, wenn er eine neue Schachtel Zigaretten kaufte, den entsprechenden Geldbetrag in den nächstgelegenen Gully. Den armen Mann machte das ganz krank. Er sagte, „Warum spendest du das Geld nicht wenigstens für einen guten Zweck?“ Sie antwortete, „Wenigstens schadet meine Art der Geldverschwendung niemand!“ Das Ganze ging gut einen Monat lang so. Dann erkannte ihr Mann, was für eine Verschwendung seine Sucht wirklich war, und er beschloss aufzuhören. Er hat es geschafft. Er sparte nicht nur Geld, sondern – und dies ist viel wichtiger – er rettete auch sein Leben. Ich rechne es der Ehefrau hoch an, dass sie den Mumm und die Ausdauer hatte, diese unkonventionelle Methode weiter zu praktizieren, um ihren Ehemann zu motivieren, sich selbst zu helfen.
In allen meinen Kursen erzähle ich von der Frau, die vor acht Jahren eine Durchblutungsstörung hatte, die sich Buerger-Krankheit nennt und die dazu führte, dass ihr rechtes Bein amputiert werden musste. Wie Sie sich erinnern werden, hörte sie auf zu rauchen und hatte drei Jahre lang keinerlei Durchblutungsstörungen.
Dann bot ihr eines Abends auf einer Party eine Freundin eine Zigarette an. Eines Abends auf einer Party bot ihr eine Freundin eine Zigarette an. Sie dachte, dass sie nun, da sie so lange keine Zigaretten mehr geraucht hatte, Kontrolle über ihre Abhängigkeit hatte. Wenn diese Zigarette ihr schmecken würde, wollte sie ein bis zwei am Tag rauchen. Wenn sie ihr nicht schmecken würde, dann würde sie einfach nicht mehr rauchen.
Nun, sie nahm die Zigarette. Sie schmeckte ihr nicht besonders, aber am nächsten Tag war sie wieder bei ihrer alten Verbrauchsmenge angelangt. Vier Tage später hatte sie Durchblutungsstörungen im linken Bein. Der Grund war ihr bekannt. Nach drei Jahren ohne Probleme bekam sie jetzt Durchblutungsstörungen, nachdem sie vier Tage wieder rauchte. Der Arzt sagte, wenn sie nicht sofort aufhörte, würde sie das andere Bein wahrscheinlich auch noch verlieren.
Sie schrieb sich für eine Beratungsgruppe in der betreffenden Woche ein und hörte auf zu rauchen. Fast sofort verbesserte sich ihre Durchblutung. Der Arzt sagte, sie könne die Gerinnungshemmer und Vasodilatoren absetzen, die er ihr ein paar Wochen vorher verschrieben hatte, um den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. (Allerdings hätten diese Medikamente das Auftreten von Wundbrand und damit die Amputation auch nicht ganz verhindern können.) Aber sobald sie aufgehört hatte, brauchte sie diese Medikamente nicht mehr zu nehmen. Ihre Durchblutung war schon bald wieder ganz normal.
Neun Monate später rief ich sie an, um sie zu bitten, an einem Forum teilzunehmen. Sie sagte etwas zögerlich: „Ich kann nicht kommen. Ich war die letzten zwei Monate im Krankenhaus.“ Ich fragte sie, was denn nur passiert sei, und sie sagte zögernd: „Meine Zehen sind amputiert worden.“ Sie hatte wieder angefangen zu rauchen. Sie hatte eine Zigarette ausprobiert, weil sie einfach nicht glauben wollte, dass sie wieder süchtig werden würde. Da hatte sie sich geirrt. Ihr Bein wurde nur noch schlecht durchblutet, ihre Zehen wurden amputiert, und schließlich verlor sie das gesamte Bein.
Ich habe weitere Kursteilnehmer mit ähnlichen Erfahrungen gehabt. Teilnehmer, denen man gesagt hatte, dass sie aufhören müssten zu rauchen oder sie würden ein Körperteil verlieren, und die nicht mit dem Rauchen aufgehört hatten. Ich führe immer wieder diese spezielle Frau an, weil sie etwa ein Jahr nach der zweiten Amputation in einen meiner Workshops kam und erzählte, sie habe wieder aufgehört zu rauchen und sei jetzt neun Monate clean. Ich sagte ihr, ich sei überrascht, ich hätte gedacht, sie hätte völlig die Kontrolle verloren. Immerhin war ihr Bein abgenommen worden, dann die Zehen ihres anderen Fußes und schließlich das andere Bein! Als ich sie mit dieser Aussage konfrontierte, sagte sie: „Der Arzt hat mich schließlich überzeugt. Er sagte, Sie können ruhig weiter rauchen. Ich amputiere Ihnen dann eben als nächstes die Arme.“ Das hatte ihr soviel Angst gemacht, dass sie mit dem Rauchen aufhörte. Was sie als Nächstes sagte, war für mich unbegreiflich. Sie sah mich direkt an und sagte ganz ernsthaft: „ES MUSS NICHT ERST DIE WELT UNTERGEHEN, DAMIT ICH AUFHÖRE ZU RAUCHEN.“
Ich habe immer noch hin und wieder Kontakt mir ihr, und wann immer ich dieses Gespräch ansprach, konnten wir beide kaum glauben, dass sie jemals etwas so Irrationales hatte sagen können. Sie war eine sehr rationale, kluge Frau, die andere begeistern konnte. Auf Holzbeinen ging sie überall hin, sie war sehr gesellig, und ab und zu sang und tanzte sie sogar auf der Bühne. Als sie sich erst einmal von den Wirkungen der Droge und dem Seelenleben einer Raucherin befreit hatte, wusste sie, dass sie einfach alles schaffen konnte.
Ich treffe des öfteren auf Leute, die alleine aufgehört haben zu rauchen. Wenn ich sie frage, wie sie es gemacht haben, erzählen sie mir von dieser fabelhaften Frau, die sie getroffen haben und die ihnen erzählte, wie sie früher vom Rauchen abhängig gewesen sei. So süchtig, dass sie sich beide Beine wegen einer durch das Rauchen verursachten Krankheit amputieren ließ. Meistens ist das dann ein und dieselbe Person. Indem sie ihre Geschichte verbreitet, gibt sie unzähligen Rauchern Inspiration und Hoffnung, dass sie ihren Suchtkreislauf zerbrechen können, bevor er sie zerbricht.
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Sie haben wahrscheinlich auch Geschichten aus ihrer Raucherzeit, die Sie ihren rauchenden Freunden erzählen könnten, oder Leuten, die Sie in einem Seminar kennen gelernt haben. Vielleicht kennen Sie Wege, die dabei helfen können, Familienmitglieder und Freunde zum Aufhören zu motivieren. Versuchen Sie, den Leuten, die Ihnen wichtig sind, zu helfen. Wenn sie versuchen aufzuhören, es aber nicht alleine schaffen, dann denken Sie daran, dass es immer Mittel und Wege gibt, um ihnen zu helfen. Sie können im Leben dieser Menschen von großer Bedeutung sein. Teilen Sie ihr Wissen. Vergessen Sie nicht – und dies gilt sowohl für Freunde, die bereits mit dem Rauchen aufgehört haben als auch für Sie selbst – dieses eine Prinzip immer wieder zu bekräftigen: Nie wieder einen einzigen Zug!
This Article is reproduced from “Never Take Another Puff”; Copyright © Joel Spitzer, 2003 This book or any portion thereof may be freely distributed in either electronic or print form so long as no charge is made for it, and so long as this notice remains with any significant portion of the work when distributed. WhyQuit.com »
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