Nichtraucher-Zigaretten.de

    
21:16 Uhr | Sonntag, 28. Juni 2009  

Gastartikel

  

Kann man einen Raucher dazu motivieren aufzuhören, obwohl er denkt, dass er nicht aufhören will?

Über die Jahre hinweg habe ich eine Anzahl an Rauchern gesehen, die völlig gegen ihren Willen in mein Programm gesteckt wurden und es dennoch geschafft haben, mit dem Rauchen aufzuhören. Manchmal sind es junge Leute, die von ihren Eltern zur Teilnahme gezwungen werden. Manchmal sind es Erwachsene, deren Ärzte sie zu uns schicken, oder manchmal sind es Erwachsene, die von Freunden oder der Familie ausgetrickst wurden. Manchmal werden sie buchstäblich unter irgendeinem falschen Vorwand in den Kurs gebracht, beispielsweise sind sie der Meinung, sie gingen irgendwo essen. Ich will nicht sagen, dass diese Taktik in der Mehrzahl der Fälle erfolgreich ist, aber sie funktioniert viel öfter, als man glauben mag.

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Zu sagen, dass diese Leute keine Motivation oder nicht den Wunsch hatten, mit dem Rauchen aufzuhören, wäre wahrscheinlich nicht wahr. Ich hege den Verdacht, dass die meisten Raucher auf einer bestimmten Ebene über die Motivation verfügen, mit dem Rauchen aufzuhören, aber Motivation alleine – ohne ein Verständnis über die Nikotinsucht und ihre Behandlung – ist nicht genug, um es zu schaffen. Genau das versuche ich in der ersten Sitzung eines Seminars oder in einer Einzelsitzung zu vermitteln. Ich versuche, vier Informationsgebiete abzudecken, von denen ich denke, dass der Raucher sie unbedingt verstehen muss, wenn er eine hinreichende Chance auf Erfolg bekommen soll.
Die Informationsgebiete sind: warum die Menschen rauchen, warum sie aufhören sollten, wie man aufhört und wie man dann auch rauchfrei bleibt. Es ist sehr wichtig, dass ein Mensch, der sich überlegt aufzuhören, alle vier Bereiche versteht. Ohne eine feste Vorstellung über jede einzelne dieser Komponenten wird der Raucher in seinem Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören, behindert sein.
Wenn der Raucher versteht, warum er raucht, kann er erkennen, dass die ganzen „magischen“ Wirkungen, die man dem Rauchen zuschreibt, auf falschen Glaubensvorstellungen und Gefühlen beruhen. Die meisten Raucher denken, sie rauchen, weil sie wollen. Der wahre Grund ist, dass sie rauchen müssen. Sie sind nikotinsüchtig, und ihr Körper verlangt danach, dass sie rauchen. Sie sind ganz einfach drogensüchtig, und diese Voraussetzung zu verstehen, ist schon einmal der erste Schritt. Wie bei jeder anderen Droge und wie in jedem 12-Punkte-Programm ist das Verständnis, dass man der Droge ohnmächtig gegenüber steht, der erste Schritt zur Heilung.
Ich versuche, den Rauchern dabei zu helfen, zu der Erkenntnis zu gelangen, dass das Rauchen in Wirklichkeit den Stress noch verstärkt hat, anstatt sie ruhiger und gelassener zu machen, oder besser gesagt: Das Rauchen hat ihre Reaktionen auf den Stress noch verstärkt. Während sie glaubten, das Rauchen gäbe ihnen Energie, hat es sie in Wirklichkeit ihrer Ausdauer und Energie beraubt. Raucher glauben oft, dass das Rauchen ihnen mehr Spaß am Leben gibt und es ihnen erlaubt, ein gesellschaftlich aktiveres Leben zu führen. In Wirklichkeit hat das Rauchen sie an vielen Aktivitäten gehindert und ihre Möglichkeiten beschränkt, neue Beziehungen einzugehen. Statt sie zu unterstützen, lebensfrohe und dynamische Mitglieder der Gesellschaft zu sein, hat es sie in antisoziale Verhaltensmuster gepresst. Es führte dazu, dass sie rauchten, anstelle menschlichen Kontakt zu pflegen, dass sie oftmals Veranstaltungen verließen oder sich weigerten, bestimmten Anlässen beizuwohnen, bei denen das Rauchen nicht mehr erlaubt war.
Warum man aufhören sollte zu rauchen, ist wahrscheinlich am wenigsten überraschend, denn die meisten Raucher wissen, dass das Rauchen ihnen schadet. Das Problem besteht darin, dass die meisten Menschen nicht erkennen, wie sehr es ihnen schadet. Viele Teilnehmer sind vollkommen überwältigt, wenn sie die wahre Dimension der Gefahr durch das Rauchen erkennen. Ich wende auf dieses Thema nicht viel Zeit auf, vielleicht eineinhalb von zehn Stunden Präsentationszeit. Trotzdem ist dies eins der Gebiete, das die Menschen noch Jahre später als Hauptmotivationsgrund bezeichnen, weshalb sie rauchfrei geblieben sind. Die Erkenntnis, dass das Aufhören tatsächlich ein Überlebenskampf ist, ist oftmals von überwältigender Wichtigkeit für den Langzeiterfolg. Diese Information ist oft der Schlüssel, wenn ab und zu die Umstände oder Situationen, in denen der Ex-Raucher sich gerade befindet, den Wunsch zu rauchen auslösen.
Wie man aufhören soll – nun, dies ist ein Schock für die meisten, die an einer Sitzung teilnehmen, besonders, wenn sie ein wenig Nachforschung betrieben haben oder ein wenig gelesen haben, bevor sie zu dem Kurs kamen. Medizinisch geschulten Fachleuten, die ständig mit dem letzten Schrei an Aufhörtechniken bombardiert werden, erscheint mein Vorschlag oft so radikal, dass sie ein paar Minuten brauchen, um sich von dem Gedanken zu befreien, ich sei vollkommen verrückt.
Sie haben Studie um Studie gelesen, und ein Experte nach dem anderen hat geraten, Nikotinersatzpräparate und andere pharmazeutische Hilfsmittel zu benutzen. Daher erscheint es ihnen allzu simpel und lächerlich, sich nun hinzustellen und zu akzeptieren, dass die einfachste Methode, mit dem Rauchen aufzuhören, diejenige ist: „einfach mit dem Rauchen aufhören“. Erst wenn ich sie dazu bringe, an all die Langzeit (ein Jahr plus)–Ex-Raucher zu denken, die sie kennen und daran, wie diese anfänglich aufgehört haben, dann merken sie langsam, dass die meisten dieser Menschen – oft sind es auch alle – mit der Schlusspunktmethode aufgehört haben. Oft geht ihnen dann ein Licht auf, zum ersten Mal sehen sie das Offensichtliche, obwohl es der konventionellen Lehre völlig konträr entgegensteht.
Wenn es schließlich darum geht, wie man rauchfrei bleibt, machen die meisten auch wieder eine bemerkenswerte Entdeckung. Fast jedes Werk, das in den letzten 30 Jahren zum Thema Raucherentwöhnung erschienen ist, enthält irgendwo ganz versteckt oder auch sehr auffällig platziert eine Zeile, die selbst den motiviertesten und informiertesten Raucher straucheln lassen wird. Die Zeile lautet: „Lassen Sie nicht zu, dass ein kleiner Ausrutscher Sie wieder zum Rauchen verführt.“ Das ergibt ungefähr so viel Sinn, wie zu einem trockenen Alkoholiker zu sagen: „Lassen Sie nicht zu, dass ein Gläschen Sie wieder zum Trinken verführt“, oder zu einem Heroinabhängigen: „Lassen Sie nicht zu, dass ein kleine Injektion Sie wieder zum Drücken verführt“. Die Botschaft muss stärker sein. Nicht „Lassen Sie nicht zu, dass ein Ausrutscher Sie wieder in die Drogensucht führt“, die Botschaft sollte besser lauten: „ES DARF IHNEN KEIN AUSRUTSCHER PASSIEREN!“
So etwas wie „einen Ausrutscher“, „einen Unfall“, „einen Fehler“, „einen einzigen Zug“, oder nur „die eine Zigarette“ gibt es nicht. All diese Ausdrücke stehen für einen einzigen Begriff: RÜCKFALL! Dieser Punkt sorgt mehr als alles andere dafür, dass der rauchfreie Zustand erhalten bleibt. Dieses Konzept zu vergessen, oder noch schlimmer, es nicht zu kennen, ist der beinahe sichere Weg zum Versagen.
Ich habe Tausende von Malen gesehen, wie die Macht der Erziehung dazu beigetragen hat, dass Raucher sich richtig auf das Aufhören vorbereitet haben. Dieses bedeutet mehr als nur aufzuzeigen, wie gefährlich das Rauchen für den Körper ist. Es ermöglicht dem Raucher, die physischen, mentalen, sozialen, wirtschaftlichen und ästhetischen Auswirkungen des Rauchens selbst zu bewerten. Ich war ebenso Zeuge, wie persönliches Verstehen in ein mächtiges Werkzeug umgewandelt wird, das von Tausenden von Ex-Rauchern benutzt wird, um ihr Vorhaben aufrecht zu erhalten, rauchfrei zu bleiben. Sie werden ihr Versprechen halten können, solange sie würdigen, warum sie überhaupt aufgehört haben, und solange sie diesen Gedanken aktiv im Gedächtnis behalten.

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Können wir einen Raucher dazu motivieren, dass er mit dem Rauchen aufhören will? Ich denke, die meisten Raucher, die über eine längeren Zeitraum hinweg geraucht haben, sind bereits motiviert. Vielleicht trifft das nicht auf alle Raucher zu, aber es ist wahrscheinlich, dass jeder Raucher, der von sich aus in ein Seminar zur Raucherentwöhnung geht, oder der „Rauchen“ in eine Internet-Suchmaschine eingetippt hat, ein gewisses Grundinteresse hat und mehr Informationen zum Aufhören haben will.
Grundsätzlich ist die Antwort auf die Frage, ob man einen Raucher zum Aufhören motivieren kann, also „Ja“. Die meisten Raucher sind bereits in gewisser Weise motiviert. Die Betonung muss darauf liegen, den Rauchern dabei zu helfen und sie darin zu unterrichten, wie aufgehört werden kann, und wie man dann rauchfrei bleibt. Es ist wirklich keine schwierige Lektion: Der Zigarettenraucher muss verstehen, dass er nur eines wissen muss, um mit dem Rauchen aufzuhören und rauchfrei zu bleiben: Nie wieder einzigen Zug!

Über den Autor

Quit Smoking This Article is reproduced from “Never Take Another Puff”; Copyright © Joel Spitzer, 2003 This book or any portion thereof may be freely distributed in either electronic or print form so long as no charge is made for it, and so long as this notice remains with any significant portion of the work when distributed. WhyQuit.com »


 

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