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16:56 Uhr | Sonntag, 28. Juni 2009  

Gastartikel

  

Rauchen auf die sichere Art

Raucher suchen immer nach Auswegen, um die Gesundheitsrisiken des Rauchens zu reduzieren. Unglücklicherweise funktionieren die meisten Techniken nicht und können sogar in vielen Fällen die Gefahren des Rauchens noch verstärken.
Die wohl gängigste Methode der Risikominderung ist der Wechsel zu Zigaretten mit einem geringeren Teer- und Nikotinanteil. Wenn man wirklich nur aus purer Gewohnheit rauchen würde, dann würden diese Zigaretten mit reduziertem Teer- und Nikotinanteil wahrscheinlich tatsächlich die Gefahren des Rauchens vermindern. Leider resultiert die Notwendigkeit des Rauchens nicht aus der Weiterführung einer Gewohnheit, sondern viel mehr aus der Erhaltung einer Sucht. Wenn ein Raucher auf Zigaretten umsteigt, die einen reduzierten Teer- und Nikotinanteil haben, fällt es ihm schwer, seine normale Dosis Nikotin zu erreichen und zu erhalten. Der Raucher wird nun wahrscheinlich einige Kompensationsmechanismen entwickeln. Kompensationsverhalten bestehen unter anderem darin, mehr Zigaretten zu rauchen, sie weiter abzurauchen, tiefer zu inhalieren und den Rauch länger in der Lunge zu halten.

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Mit einer solchen Methode oder einer Kombination dieser Methoden erreicht der Raucher ähnliche Mengen Nikotin und Teer wie vor seinem Wechsel, aber er setzt sich so eventuell mehr gefährlichen Giftstoffen aus als zu der Zeit, als er noch seine alte Marke rauchte. Zigaretten mit niedrigem Teer- und Nikotingehalt haben oft eine höhere Konzentration an anderen schädlichen Stoffen. Durch die Erhöhung des Konsums werden größere Mengen dieser Gifte in den Körper aufgenommen, und damit erhöht sich auch das Risiko, an diesen Stoffen zu erkranken. Ein solches Gift, das in größeren Mengen in Zigaretten mit niedrigem Teer- und Nikotingehalt gefunden wird, ist Kohlenmonoxyd. Kohlenmonoxyd ist einer der Hauptfaktoren für die große Häufigkeit von Herz-/Kreislauferkrankungen bei Rauchern. Um den Zigaretten mit reduziertem Teer- und Nikotinanteil mehr Geschmack zu verleihen, werden den Zigaretten viele Zusätze und Geschmacksverstärker beigemischt. Die Tabakfirmen sind nicht dazu verpflichtet, diese chemischen Zusatzstoffe offenzulegen, aber die medizinische Gemeinschaft befürchtet, dass viele dieser Zusätze kanzerogen (Krebs erregend) sind und das Risiko verstärken, an einem Krebs zu erkranken, der durch das Rauchen hervorgerufen wird.
Der Filter am Ende von Zigaretten ist auch dafür verantwortlich, wie viel Gift ein Raucher einatmet. Manche Filter sind wirksamer als andere, aber generell kann man davon ausgehen, dass der Raucher seine Art zu rauchen ändern wird, um den Schutz, den ihm der Filter gewährt, auszuschalten. Einige Zigaretten sind rings um den Filter mit kleinen Löchern versehen und ermöglichen so, dass zusammen mit dem Teer und den giftigen Gasen der Zigarette mehr Luft eingeatmet wird. Theoretisch verringert dies die Menge des tatsächlichen Tabakrauches, der inhaliert wird. Der Raucher findet diese Art von Zigaretten jedoch normalerweise unangenehm, weil er beim normalen Inhalieren nicht genügend Nikotin einatmet, um seine Sucht zu befriedigen. Er wird daher mehr rauchen oder sich andere Methoden einfallen lassen, um den Schutz des Filters zu umgehen. Oftmals wird der Raucher lernen, die Zigarette ein wenig tiefer in den Mund zu stecken und seine Lippen um die Ventilationslöcher zu schließen und somit die Effizienz des Filters zu vermindern. In meinen Gruppen habe ich sogar Raucher kennen gelernt, die Klebeband um die Zigarette wickelten, weil sie herausgefunden hatten, dass das Inhalieren ohne die Löcher einfacher ist und die Zigarette besser schmeckte. Dabei schalteten sie die bis zu einem gewissen Grad schützende Wirkung des Filters ganz aus. All diese Versuche, das Rauchen sicherer zu machen, waren unbequem und reine Zeitverschwendung. Man könnte Filter entwickeln, die das Nikotin ganz entfernen, aber die meisten Raucher würden so fest an der Zigarette ziehen, um ihre Sucht zu befriedigen, dass sie sich dabei wohl einen Leistenbruch zuziehen würden.

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Eine letzte erwähnenswerte Methode sind Vitaminpräparate. Das Rauchen behindert den Körper bei der Aufnahme von Vitamin C. Einige Raucher wissen das und fangen an, zusätzliche Vitamin-C-Präparate einzunehmen. Allerdings bewirkt das Vitamin C eine Übersäuerung des Urins und damit eine beschleunigte Ausscheidung des Nikotins aus dem Körper. Als Reaktion hierauf raucht der Raucher vielleicht mehr Zigaretten. So wird er wahrscheinlich das zusätzliche Vitamin C zerstören und sich all den giftigen Chemikalien, die in Zigarettenrauch zu finden sind, vermehrt aussetzen.
Fast jede Methode, die das Rauchen sicherer machen soll, ist eine Farce. Es gibt nur einen Weg, wie man die tödliche Wirkung des Rauchens ganz ausschalten kann, und der besteht ganz einfach darin, nicht zu rauchen. Nur so verringert sich Ihr Risiko, herzkrank zu werden, Krebs oder ein Lungenemphysem zu entwickeln, auf das Niveau eines Nichtrauchers. Und um all diese Risiken auf einem niedrigen Niveau zu halten, ist nur eine Methode erforderlich: Nie wieder einen einzigen Zug!

Über den Autor

Quit Smoking This Article is reproduced from “Never Take Another Puff”; Copyright © Joel Spitzer, 2003 This book or any portion thereof may be freely distributed in either electronic or print form so long as no charge is made for it, and so long as this notice remains with any significant portion of the work when distributed. WhyQuit.com »


 

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