6 Gründe, die gegen den Einsatz von Champix sprechen
In Deutschland versucht etwa jeder 3. Raucher (das sind 7,6 Millionen Menschen) mind. 1x im Jahr mit dem Rauchen aufzuhören-mit bescheidenem Erfolg leider. Champix von Pfizer, angepriesen als “Die Nichtraucherpille”, soll Abhilfe schaffen. Champix ist ein verschreibungspflichtiger Arzneistoff, der seit 2007 in Deutschland erhältlich ist. Die Tabletten enthalten den Wirkstoff Vareniclin, dessen Wirkung wie folgt beschrieben ist:
- Es werden bei Einnahme von Champix im Gehirn die gleichen Rezeptoren stimuliert, wie es auch beim Rauchen der Fall wäre. Entzugserscheinungen nach dem Rauchstopp sollen damit vorgebeugt und auf ein erträgliches Maß gesenkt werden.
- Desweiteren verliert Nikotin seine Wirkunsgkraft an besagten Rezeptoren, wodurch die angenehme Wirkung bei Drogenstimulation und Dopaminausschüttung ausbleiben soll.
Der Vorteil liegt auf der Hand, da Champix im Gegensatz zu Nikotinpflastern kein Nikotin enthält, wird der Drogenentzug auf entschleichende Weise eingeleitet und nicht etwa verlängert, wie es bei NRT der Fall ist. Im direktem klinischen Vergleich konnte sich Champix gegen andere Arzneistoffe für die Raucherentwöhnung durchsetzen, so z.B. gegen den Wirkstoff Zyban (29,5% Erfolgsquote). Die Champix-Erfolgsquote liegt nach 12 Wochen bei 44 Prozent. Nach 12 Monaten liegt die Erfolgsrate von Vareniclin immer noch 3-4 mal höher als beim “Kalten Entzug” (nur 1-5% Erfolgsquote).
Klingt so weit ja alles ganz toll, …
…Aber wo viel Sonne, da auch viel Schatten. Champix hat natürlich auch gewaltige Nachteile, die ich heute etwas genauer beleuchten möchte.
1. Champix ist nicht perfekt
- Das Verlangen nach einer Zigarette lässt sich nicht bei 100% aller Teilnehmer komplett ausschalten. Manchmal bleiben die Cravings aus, treten dann aber nach Tagen oder Wochen doch wieder in Erscheinung und führen dann zu Rückfällen am laufendem Band.
2. Der “Abschreck-Effekt” des Entzuges geht verloren
- Es ist fraglich, ob ein “angenehmer Entzug” wirklich das Gelbe vom Ei sein kann. Denn viele Leute, die heute clean sind, bleiben es wahrscheinlich nur, weil sie noch genau wissen, dass sie damals im Entzug quasi durch die Hölle gehen mussten und das wollen sie natürlich nicht nochmal erleben. Die Hemmschwelle für einen Rückfall sinkt bei Champixkonsumenten – meiner Meinung – nach aber, denn man kann sich ja sagen:”Eine probiere ich nochmal, und dann schmeiß´ich halt ne Champix hinterher”.
3. Champix weist starke Nebenwirkungen auf
- Die Nebenwirkungen von Champix sind manchmal sogar heftiger, als die relativ milden Entzugserscheinungen, die während der Nikotinentwöhnung ohne Medikamente eingetreten wären. Berichtet wurde von Schwindel, Schlafstörungen, starker Reizbarkeit, Aggression , Selbstmordgedanken und sogar Selbsttötung. Desweiteren kann es auch zu Übelkeit, Kopfschmerz, Erbrechen, und Blähungen kommen.
4. Ohne Willen geht gar nichts
- Das Hauptproblem beim Rauchstopp sind nicht unbedingt die Entzugserscheinungen des Nikotins , sondern eher das Gefühl des sich Beraubtfühlens und einer unschön-bedrückten Stimmungslage von “es würde etwas ohne Zigaretten fehlen”. Somit muss auch hier ein Wille zum Aufhören zumindest vorhanden sein und es darf eine professionelle psychologische Unterstützung nicht fehlen, die dem werdenden Nichtraucher Bewältigungsstrategien für “schwache Momente” bereitstellt.
5. Hoher Preis und keine Kostenerstattung
- Champix ist relativ teuer und der Preis wird von der Krankenkasse nicht erstattet. Die Starterpackung (0,5 mg/1 mg) mit 15 Filmtabletten kostet ca. 55 EUR. Das heisst, eine Tablette kostet knapp 4 EUR, also so viel wie eine Schachtel Zigaretten. Wenn man jetzt von einer Behandlungsdauer von 12 Wochen (3 Monate) ausgeht, in der man täglich nur eine Tablette schluckt, entstehen in dieser Zeit Kosten von 327,6 EUR ( entspricht 81 Schachteln Zigaretten a 4 EUR).
6. Langzeitfolgen sind bis dato unbekannt
-Champix ist erst seit Oktober 2006 in Europa zugelassen, aussagekräftige Langzeituntersuchungen liegen somit noch nicht vor, und es besteht ein akkutes Risiko für erhebliche Folgeschäden. Im Moment prognostizieren die Forscher , dass ein Anstieg von Herzinfarkten und Herzrhythmusstörungen unter Vareniclin zu befürchten sei.
Also ich kann die genannten Argumente nicht teilen.
Zu 1) Champix verspricht doch überhaupt nicht: “Nimm die Tablette und Du bist Nichtraucher”. Es ist eine Unterstützung. Das Aufhören findet im Kopf statt. Champix wirkt für Raucher auch nicht besser oder schlechter als Methadon für Heroinabhängige. Und wenn es zur Gier kommt, dann muss man vor dem geistigen Auge eben abwiegen: Eine Zigarette rauchen, und den ganzen Erfolg zerstören, oder standhaft bleiben. Vorteil von Champix ist doch aber gerade an dieser Stelle, dass eben jene eine Zigarette nicht den ganzen Erfolg zunichte macht! Ob man sich selbst das gegenüber allerdings verantworten will, muss jeder selbst entscheiden.
2) Es braucht keinen “Abschreck-Effekt”. Wer aus freien Stücken heraus des Rauchens überdrüssig ist, und wirklich aufhören will, der wird sich nach erfolgtem Entzug keine Zigarette mehr anstecken. Mein Vater hat nach knapp 40 Jahren einen kalten Entzug gemacht. Er lag damals zwei Tage im Koma und hat daher vom Entzug nichts mitbekommen. Der wahre Entzug findet erst nach dem körperlichen Entzug statt und dauert Wochen und Monate. Und dagegen hilft auch Champix nicht. Es ist ein geistiger Reifeprozess; ein Lernen, dass man ohne Zigarette auch – oder viel besser – lebt. Er ist jetzt seit bald 10 Jahren Nichtraucher! Ich habe hingegen schon dreimal ohne Hilfsmittel aufgehört. Mich hat der Entzug nie davon abgeschreckt, das Rauchen wieder anzufangen. Es ist der Moment der Schwäche und Selbstsicherheit: “Ich rauche jetzt seit 3 Monaten nicht mehr, was soll eine Zigarette da schon ausmachen?”. Es ist genau diese eine Zigarette, die jeden rückfällig werden lässt und es genau dieser Moment der Schwäche, bei dem der Nichtraucher wieder anfängt. Hier standhaft zu bleiben ist der wahre Entzug. Alles andere ist doch reine Augenwischerei.
Zu 3) Mein Arzt verschrieb mir damals Champix, weil ich ihn darum gebeten hatte. Er wollte allerdings zuerst einen kompletten Check machen, ob ich das Medikament auch bekommen sollte. Er selbst hatte keine Erfahrung mit dem Medikament, aber wusste durchaus um die möglichen gefährlichen Nebenwirkungen. Erst nachdem mein Blutbild grünes Licht gab, und er den Eindruck hatte, dass ich auch psychisch stabil genug bin, hat er es mir verschrieben und zudem meine Blutwerte auch regelmäßig überwacht. Er sagte damals: Man darf sich nichts vormachen. Das Medikament greift in die Hirnchemie ein und absolut jedes Medikament, dass dies macht, hat auch Gefahrenpotential. Und nachdem über Langzeitfolgen nichts bekannt ist, hilft nur stete Kontrolle zur Risikominimierung.
Die einzigen Nebenwirkungen, die ich hatte, waren Übelkeit nach der Einnahme. Zu Anfangs hat mich das gestört, aber irgendwann war ich froh drum. Denn es hielt mir vor Augen, dass der Preis des “Bequemen Ausstiegs” nicht nur im Geldbeutel zu spüren ist. Paradoxerweise empfand ich das ganze irgendwann als befriedigend.
Die Träume allerdings, die sich einstellten, waren die Besten meines Lebens. So viel interessantes und lustiges habe ich mein Lebtag davor – und danach – nicht mehr geträumt. Das hat wirklich Spaß gemacht und teilweise vermisse ich das sogar.
Zu 5) Der Preis ist hoch und die Kasse zahlt nicht. Das tut weh! Ich persönlich hatte nach 6 Wochen kein Geld mehr und musste die Einnahme aufhören. Ich bin sofort rückfällig geworden. Wenn man sich dazu bereit erklärt, es auf diesem Wege zu probieren, dann MUSS man es auch von A-Z durchziehen. Halbheiten bringen nichts. Vielleicht war ich damals auch nicht willensstark genug. Geschmeckt hat die Zigarette jedenfalls nicht mehr… aber das ist bekanntlich kein Grund, das Rauchen bleiben zu lassen. Wir haben uns ja diesem ekelhaften Geschmack auch gestellt um Raucher zu werden. Wir Idioten! Nachdem die Schachtel aber inzwischen 5 Euro kostet, sind es nurnoch 60 Tage rauchen – also ist Champix sogar billiger als Rauchen geworden.
Ich persönlich werde noch einen Anlauf starten – und es soll der letzte in meinem Leben sein. Ich habe meine Lunge bereits durch verschiedene Dummheiten vorbelastet und auch eine genetische Disposition zu Krebs ist in meiner Familie vorhanden. Ich möchte nicht warten, bis es zu spät ist. Nach 15 Jahren Rauchen muss endlich mal Schluss sein. Und wenn Champix mir dabei hilft, ist es jeden Pfennig und das Risiko auch wert. Denn eines ist gewiss: Als Raucher werde ich garantiert sterben!
Habe vor 2 Wochen vom Lungenfacharzt ein Rezept für Champix bekommen. (Privat-Rezept) Habe noch nie was davon gehört. Der Arzt hat überhaupt nichts von Nebenwirkungen gesagt, bzw. er hat mich auch nicht gefragt, ob ich irgendwelche Erkrankungen, Herz-Kreislaufprobleme, Depressionen o.ä. habe.
Zuhause habe ich mich über Champix weiterinformiert. Es ist furchtbar, was da alles zu lesen war. Ich werde diese Tabletten sicher nicht freiwillig nehmen. Hatte vor 7 Jahren schwere Panikattaken. Habe die einigermaßen unter Kontrolle. Damals hatte ich nur noch schlaflose Nächte, die mich fast wahnsinnig gemacht haben. Auch jetzt muß ich permanent an mir arbeiten, um nicht wieder in die Panik hineinkomme. Champix würde mich dabei unterstützen, wieder abzurutschen. Daher Nein Danke.
Habe mir Nicotinell Pflaster besorgt. Bin sehr zufrieden und die Entzugserscheinungen sind minimal.