Methoden
Interview mit Allen Carr auf Sky News
Zurzeit schreibe ich weniger hier im Nichtraucher Blog, weil ich an meiner Methode 7 arbeiten muss. Bitte habt Verständnis dafür, es wird eine -hoffentlich- sehr gute Methode werden um aus der Sucht heraus zu gelangen. Ich nutze dabei meine Erkenntnisse aus meiner Spielsucht und diversen Zwängen, von denen ich mich selbst geheilt habe. Lasst Euch überraschen!
Dennoch will ich diesen Blog nicht schleifen lassen und deshalb lasse ich jemand anderen heute für mich sprechen und rauchfrei Tipps austeilen: Allen Carr.
Er dürfte bei vielen Lesern ja bestens bekannt sein, wer ihn noch nicht kennt, kann vorab meinen Artikel “Wie funktioniert die EasyWay Methode von Allen Carr?” lesen.
Nun zum Thema:
Es handelt sich bei dem folgendem Text um eine freie Übersetzung eines englischen Allen Carr Videos. Und zwar war Allen Carr vor ein paar Jahren als Gast auf Sky News zu sehen. Das Interview ist deshalb besonders spannend, weil Allen Carr sich mit einer “Pharmatante” anlegt und sie -ja, nennen wir es mal- verbal püriert.
Los gehts!
Moderatorin: Der größte Killer unserer Zeit sind die Zigaretten.
Allen Carr: Ja, das stimmt. Es ist die ausgeklügelste Falle, die ich je gesehen habe. Leute tappen nichtsahnend hinein und kommen nicht mehr heraus. Vorallem Teenager fangen sehr früh an zu paffen und glauben, es sei das Grösste in der Welt. Wir müssen die Leute vor dieser genialen Falle warnen. Wenn wir einer Maus den Mechanismus einer Mausefalle erklären, dann würde sie den Käse ebenfalls links liegen lassen. Genauso müssen wir bei den Teenagern vorgehen. Es muss ihnen genau erklärt werden, dass Zigaretten keine Entspannung erzeugen sondern nur Gefühle des Stress abbauen den sie selbt erzeugt haben. Jedes Mal, wenn Nikotin den Körper verläßt, erzeugt es Gefühle des Unbehagens und den Wunsch auf eine nächste Zigarette. So wird die Gewohnheit aufrecht erhalten.
Moderatorin: Also, macht Nikotin jetzt eigentlich abhängig oder nicht?
Allen Carr: Vor gut hundert Jahren, als es noch keine Fernsehsendungen zur gesundheitlichen Aufklärung gab, schnupften die Leute wie verrückt Tabak durch die Nase und konnten nicht aufhören damit. Und viele Leute fragten sich einfach, warum das so ist. Es verhält sich -so wissen wir heute- genauso wie mit den Kokain-Schnupfern- sie genießen nicht das Schnupfen, sondern sie wollen an das Kokain- wie es in den Körper kommt ist dabei zweitrangig. Heute wissen wir, dass es eine gefährliche Drogensucht ist.
Das Skurrile an der Sache ist jetzt, dass die Pharmaindustrie Nikotinplaster, Kaugummis und andere Produkte verkauft, die den gleichen Stoff beinhalten von dem die Patienten süchtig sind. Nikotin hält das körperliche Verlangen aufrecht, was dazu führt, dass im Kopf des Rauchers der Wunsch nach einer Zigarette erhalten bleibt.
Moderatorin: Also, dann sagen Sie, dass Nikotinpflaster eine schlechte Idee sind?
Allen Carr: Nikotin bleibt Nikotin.
Moderatorin: Was meinen Sie dazu? [wendet sich zu der Nikotin-Ersatz-Therapie-Beraterin ]
NET-Beraterin: Oh, nein, da müssen wir aber widersprechen. Es gibt zahlreiche Studien darüber, dass Nikotin-Ersatz-Therapie extrem effektiv ist im Vergleich zu Willenskraftmethode oder kalten Entzug. Vorallem aber, wenn Sie die Nikotin-Ersatz-Therapie mit Verhaltenstherapie kombinieren, steigt die Erfolgsrate erheblich an. Die Pflaster, Inhalierer und Kaugummis enthalten eine geringer dosierte Menge des Nikotins und können den Nikotinspiegel im Körper kontrollieren und die Gewohnheit nach und nach brechen. Es ist eine wissenschaftliche fundierte Methode der Raucherentwöhnung.
Allen Carr: Es ist keine Nikotin-Ersatz-Therapie. Es ist eine reine Nikotin-Therapie. Sie geben dem Patienten die Droge, von der er loskommen will. Und dieser Blödsinn verlängert die Entzugserscheinungen nur- es ist absoluter Schwachsinn!.
NET-Beraterin: Die Patienten erhalten zwar Nikotin, aber in geringeren Mengen. Damit können sie schrittweise den Entzug einleiten.
Allen Carr: Können Sie mir die wissenschaftlich fundierte Erfolgsrate von Nikotin-Therapie nennen?
NET-Beraterin: Die Erfolgsrate ist höher als bei bloßem Einsatz von Willenskraft im kaltem Entzug…[Carr unterbicht sie]
Allen Carr: Das lese ich auch immer in den Werbeanzeigen der Pharmaindustrie. Es ist 4-mal höher als…4-mal höher als was ?
NET-Beraterin: 4-mal höher als die Willenskraft-Methode ohne Zuhilfenahme von Medikamenten.
Allen Carr: Die Willenskraft-Methode funktioniert aber nicht. Die Erfolgsrate von Nikotin-Therapie ist somit 4-mal höher von Nichts!
Moderatorin: lol.
NET-Beraterin: Nikotinpflaster sind wenigstens gesünder als weiterzurauchen.
Allen Carr: Wir geben bei unseren Allen Carr Seminaren eine Geldzurückgarantie. Und die greift nur bei 10 % aller Seminarteilnehmer- das heisst, wir haben eine Erfolgsquote von 90% (nach 3 Monaten) . Damit unterscheiden wir uns von der Nikotin-Ersatz-Therapie oder Pharmaindustrie- die können es sich niemals leisten soetwas wie eine Geldzurückgarantie anzubieten. Aber das ist ja eigentlich ganz logisch: Wie soll man denn auch von einer Droge entwöhnt werden, wenn man sie weiter dem Körper zuführt?
Moderatorin: Was ist mit der Gewohnheit des Rauchens? Und was ist mit dem physikalischem Bedürfnis eine Zigarette in den Händen zu halten? Können die Pflaster die nicht brechen?
Allen Carr: Nein, soetwas wie eine Gewohnheit existiert nicht. Rauchen ist keine Gewohnheit sondern eine Sucht. Wenn Sie als Engländer nach Europa reisen, dann wundern Sie sich anfangs vielleicht, dass alle auf der rechten Straßenseite fahren. Sie können meistens aber sofort umschalten und haben keine Probleme damit die Gewohnheit des “Auf der linken Straßenseite zu fahren” zu durchbrechen, wenn sie die Gewohnheit brechen wollen. Dabei spielt es doch keine Rolle, ob jemand sein Leben lang in England auf der linken Seite gefahren ist oder gerade Fahranfänger ist. Ein Raucher kann nicht einfach mal so umschalten und dann Nichtraucher sein. Ein Teil im Gehirn der Raucher will rauchen und der andere aufhören. Es macht also keinen Sinn den Leuten zu erklären, weshalb sie aufhören sollten. Das wissen sie bereits.
Mein Job ist es, den Leuten zu erklären warum sie rauchen. Man muss ihnen die Illusion nehmen, dass die Krücke Nikotin auch nur einen einzigen Vorteil hätte. Weiter muss man energisch aufzeigen, dass Nikotin-Ersatz-Therapie nicht funktionieren kann weil es sich bei Nikotinsucht nicht um eine Gewohnheit sondern um eine Drogenabhängigkeit handelt.
Moderatorin: Sie grenzen Ihre Methode ja von den Willenskraftmethoden deutlich ab. Sie sagen, dass das Rauchen keine Vorteile hätte.. Egal weshalb man auch zur Zigarette greift: ob für die Entspannung, als Appetitzügler oder Stressbekämpfer im Job. Stimmt das?
Allen Carr: Ja, wir grenzen unsere Methode deutlich davon ab. Waren Sie jemals Raucher?
Moderatorin: Nein.
Allen Carr: Es ist eigentlich so, dass wir sogar eine Menge Willenskraft benötigen um Raucher werden zu können. Nikotin ist ein sehr starkes Nervengift- wer jung anfängt, fühlt sich nach den ersten Zügen krank, schwindelig und muss husten. Man braucht also Willenskraft und eine gewisse Selbstüberwindung um überhaupt erst süchtig werden zu können. Ich will jetzt nicht arrogant wirken, daher beziehe ich mich jetzt nur mal auf andere Raucher und nicht auf mich selbst. Ich kenne eine Reihe von Rauchern, die eine sehr starke Persönlichkeit aufweisen, Willensstärke haben und dennoch nicht von der Sucht loskamen. Die Annahme, man bräuchte Willenskraft beim Aufhören, liegt darin, weil die Leute annehmen, man müsste sich ohne Zigaretten Monate lang dreckig oder beraubt fühlen. Sie sehen das Aufhören als schwierig bis unmöglich an, dabei ist es lächerlich einfach! Sobald nur der Wunsch nach einer Zigarette im Kopf gestrichen ist, ist das Aufhören tatsächlich ein Kinderspiel , weil Sie dann ja keinen Grund mehr zum Rauchen haben. Noch besser: Es ist genussvoll, dass man endlich ein Nichtraucher sein darf.
Moderatorin: Allen Carr sprach schon darüber wie ekelhaft es ist, wenn man Kids auf der Straße sieht, die sich eine Zigarette nach der anderen in den Mund stecken. Manchmal hat man doch wirklich den Eindruck, dass diese Kids aus Protest rauchen würden und gerade- weil sie wissen, dass es schädlich ist- zur Zigarette greifen. Wie ist Ihre Strategie dagegen? [wendet sich zur NET-Beraterin]
NET-Beraterin: Wir unternehmen große Anstrengungen das Rauchen bis hin zum gesellschaftlichen Tabu zu demoralisieren. Und Rauchen ist erfreulicherweise ein rückständiger Trend, in England rauchen 75% der Bevölkerung nicht. Und die Kinder sollten in Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen einfach noch besser und umfangreicher aufgeklärt werden. Z.B. dass in England die meisten Menschen an den Folgen des Rauchens sterben. Gesundheitspolitik, Öffentliche Aufklärung und Bildung tragen dazu bei, dass das Rauchen als nicht normales Verhalten betrachtet wird.
Moderatorin: Aber wieso rauchen dann immer noch so viele Kinder?
NET-Beraterin: Das beruht in großen Teilen der Bevölkerung auf Unwissenheit. Rauchen ist etwas ekliges und keine normale Tätigkeit, der man einfach mal so aus Spaß nachgehen kann. Wir brauchen bis hinein in alle Bildungsschichten nur ausreichend Informationskampagnen über die Folgen des Rauchens aufrecht erhalten und die Jugend kann vom Rauchen abgehalten werden.
Allen Carr: Das funktioniert aber nicht- das ist Fakt. Die Kids rauchen trotzdem.
Moderatorin: Wie kann man denn Kinder vom Rauchen fernhalten?
Allen Carr: Indem man ihnen den Mechanismus der Nikotinfalle erklärt. Anfangs verführen psychologische Gründe die Kids zum Rauchen, weil es in diesen Gruppen als cool oder mondän gilt zu rauchen. Sie greifen dann das 1. Mal zur Zigarette und sie schmeckt natürlich widerlich-daher glauben sie, sie könnten von diesem Kraut niemals abhängig werden. Wenn sie das 2. Mal zur Zigarette greifen, sind sie bereits gefangen weil der pharmakologische Effekt des Nikotins greift.
Moderatorin: Angenommen, ich würde heute mit dem Rauchen aufhören wollen, wie sollte ich mich dann Ihrer Meinung nach fühlen?
Allen Carr: Man sollte sich freuen, dass man nicht mehr rauchen muss- ist es nicht wunderbar, ich bin endlich frei!
Sie werden für etwa 3 Tage zwar ein unbestimmbares Gefühl, vergleichbar mit Hunger, aber doch kein Schmerz, verspüren. Aber ist dieses Verlangen erst einmal gewichen, fühlen Sie sich frei. Frei von dem Verlangen nach Zigaretten und frei von den Ängsten man könnte ohne Zigarette nicht überleben. An diesem Panikgefühl, das z.B. bei leeren Schachteln immer so leicht aufkommt, leiden Raucher ein Leben lang. Und dabei weiss ich doch wie kein anderer:
Alle Raucher wollen frei sein!
Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=kjW-R1tZfyE
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