Methoden
Wie funktioniert die EasyWay Methode von Allen Carr ?
Allen Carr´s Easyway-Methode: Gibt es da wirklich einen „einfachen Weg“ um mit dem Rauchen aufzuhören? Wollen wir uns diese interessante Methode doch mal genauer anschauen…
…Die EasyWay Methode besteht -nach Allen Carr – darin, sein Buch „Endlich Nichtraucher“ zu lesen und sich strikt an alle seine Anweisungen zu halten. Das klingt ja einfach. Ja, fast schon zu einfach! Ich habe das Buch gelesen und möchte meinen Eindruck in diesem Blogpost zusammenfassend wiedergeben.
Nun ist Allen Carr ein sehr erfolgreicher Mann gewesen und hat Millionen von Büchern und andere Medien verkauft. Das verdient eigentlich Respekt, aber wie das im Leben nun mal so ist – „Einen Toten Hund tritt man nicht“ – hat er deshalb besonders viel Kritik einstecken müssen. Kritikerstimmen behaupteten Dinge wie: „Wenn Du bereits weißt, dass dich Zigaretten nicht schlauer, sexier oder entspannter machen, dann kannst Du aus diesem Buch überhaupt nichts lernen!“. Ich maße mir nicht zu, Allen Carr hier kritisieren zu wollen, gleichsam möchte ich aber auch objektiv bleiben und den Carr-Kritikern Raum lassen. Es ist nämlich nicht alles falsch, was gegen Allen Carr´s Methode geschrieben wurde.
Einige seiner “Thesen” wurden auch schon wieder widerlegt und dennoch: Die „EasyWay-Methode“ erzielt in Nichtraucherkursen eine Erfolgsquote von über 50 % – Das ist sehr viel. (Im Vergleich das neueste Nikotinentwöhungs-Medikament: Champix (Kosten: ab 50 EUR ) erzielt nach einem Jahr Erfolgsraten von 30-40 % ). Auf der anderen Seite: Wer 249 EUR für ein Allen Carr Nichtraucher Seminar ausgibt, der muss wirklich schon sehr verzweifelt sein. Aber solche Personen sind es dann auch, die es wirklich wollen, und die erzielen in einem Seminar sowieso immer eine höhere Erfolgsrate wie Leute mit einer „Aufhören-kann-ich-auch-noch-morgen-Einstellung.
Ich glaube aber auch, dass bei unsichere Rauchern, die an der Wirkung von Zigaretten schon längere Zeit zweifeln, das Buch ebenfalls eine Hilfe sein kann. Denn immerhin geht Herr Carr nicht gerade zimperlich mit Tabakkonzernen, „Angeblichen Nichtraucher Experten“, Ärzten, Rauchverhalten allgemein, Nikotinersatzstoffen und Zigaretten sowieso ins Gericht. Und wer schon immer vermutet hat, dass Rauchen eine Krankheit sein könnte, der findet volle Zustimmung in Carr´s Büchern , wo immer wieder zum großen Rundumschlag gegen alles, was Carr nicht mag, ausgeholt wird.
Einige Leser behaupten, dass das Buch „Endlich Nichtraucher“ wie durch Hypnose auf magische Art und Weise dafür sorgen wird, dass jeder Nichtraucher wird. Daran glaube ich persönlich gar nicht, das kann kein Buch auf dieser Welt tun. Zumindest lag „Endlich Nichtraucher“ kein Zauberstab bei (obwohl… das könnte eine ganz nette Geschäftsidee sein.. grins ) . :)
Das Buch wird dich nicht wie durch Zauberei in einen Nichtraucher verwandeln, aber seine Stärke besteht eben darin, dass es sehr informativ und unterhaltsam geschrieben ist und Dir somit energisch aufzeigt, weshalb Du überhaupt rauchst. Allen Carr versteht es nämlich wie kein Anderer die an Zigaretten belegten Mythen wieder zu entmystifizieren . Das macht das Buch (übrigens in Ich-Perspektive verfasst ) auch so einzigartig: Seine klaren und gut verständlichen Argumente sind einfach einprägsam. Und ich bin nicht der Einzige, der das so empfindet. Schaut man sich einmal die Kunden-Rezensionen auf Amazon an, findet man viele Äußerungen die ganz ähnlich positiv behaftet sind. Auf Amazon.de wurden seit dem Erscheinen der deutschen Ausgabe des Buches (1. Dezember 1992 ) fast 500 Bewertungen geschrieben. Und über 400 Leser gaben 5 Sterne ab! Auf Amazon.com wurden fast 600 Bewertungen zur englischen Ausgabe abgegeben. Und über 500 Leser gaben 5 Sterne ab! Das kann ein Buch nur schaffen, wenn es extrem wertvolle und auch nützliche Informationen bietet. Ok, das Buch hilft mir also zu verstehen, warum ich rauche.
Hilft es mir aber auch, indem es mir zeigt WIE ich mit dem Rauchen aufhören kann?
Ganz ehrlich? Ich glaub´s nicht. Als ich das Buch „Endlich Nichtraucher“ gelesen hatte, war ich mit meiner eigenen Methode (Methode 7) ja schon von der Sucht geheilt gewesen. Daher kann ich nicht 100 % -ig sagen, ob es mir nicht doch irgendwo geholfen hätte. Wie gesagt, ich glaube nicht an irgendwelche Zauberkräfte des Buches oder dieser Methode. Überhaupt finde ich den Begriff „Methode“ auch ein wenig zu sehr übertrieben, denn um als eine echte Methode anerkannt zu sein, bietet es mir einfach nicht genug. Abgesehen natürlich von den beiden „genial-einfachen“ und „einfach-genialen“ Anweisungen:
1.Entscheide dich nie wieder eine Zigaretten anzuzünden
2.Wann immer Du an Zigaretten denkst, sage zu Dir selbst :Juhhu, ich bin frei!“
Das Buch „Endlich Nichtraucher“ von Allen Carr simplifiziert meines Erachtens an vielen Stellen (Die Suchtmechanismen sind komplizierter wie im Buch dargestellt ) so viel und es ist -auch wenn es fester Bestandteil der Methode sein soll- sehr repitativ. Aber wenn man ein Hilfsmittel sucht um seine Motivation zum Rauchstopp einmal ordentlich anzufeuern, dann führt kein Weg an Allen Carr´s Buch vorbei. Wie gesagt, das Nichtraucher Buch ist und bleibt unheimlich erfolgreich: Seit dem Ersterscheinen im Jahre 1985 wurden über 10 Millionen Bücher verkauft. Was ich persönlich recht interessant finde, war Allen Carr´s Lebensgeschichte. Er war vorher seiner Zeit als Bestseller Autor /Nichtrauchertrainer und Weltverbesserer ein gestresster Wirtschaftsprüfer gewesen, der täglich 80-100 Zigaretten brauchte um in diesem langweiligen Job überleben zu können. Seine Nikotinsucht wurde er wie durch Zauberei mit einer einzigen Hypnosesitzung los. Komischerweise schreibt er diese Errungenschaft aber nicht dem Hypnotiseur gut, denn er betont ironisch, dass er nicht „wegen“ der Hypnose mit dem Rauchen aufgehört hat, sondern „trotz“ der Hypnose. Und nach diesem „Wunder“ , was da geschah, versuchte Allen Carr verbissen herauszufinden, warum es so leicht gewesen war mit Rauchen aufzuhören und weshalb es früher so schwer erschien. Allen Carr brauchte -nach eigenen Angaben – sehr lange um den „geheimen Zahlencode“ zu entdecken, der die Tür zum „Gefängnis“ öffnet, in dem da angeblich alle Raucher festsitzen.
Dieser Geheimcode ist die EasyWay-Methode von Allen Carr. (Anmerkung: Liebe Leser, ich bin nicht verrückt, sondern zitiere hier nur aus Allen Carr´s Buch) .
Ok, wie geht Allen Carr vor um die Leser zum Nichtraucher zu machen?
Die Carr Methode versucht einen anderen Weg zu gehen, wie ihn andere Raucherentwöhnungskurse mehr oder weniger erfolgreich gegangen sind. So gehört es zum Grundprinzip der Allen Carr Methode, dass man nicht versucht Gründe zu finden, wieso man mit dem Rauchen aufhören sollte, sondern man sollte sich stattdessen fragen, warum rauche ich eigentlich? Nach Allen Carr existieren keine Vorteile beim rauchen, der einzige Grund weshalb Menschen rauchen liegt darin begründet, dass sie nicht aufhören können. Das wiederum begründet der Autor damit, dass alle Raucher – neben der Tatsache, dass sie süchtig sind- Opfer einer weltweiten „Gehirnwäsche“ wurden. Eine Gehirnwäsche, die durch den leichtfertigen und glorifizierenden Umgang unserer Gesellschaft mit dem Tabakkonsum entstanden ist und großes Unheil angerichtet hat. Die Zigarette wurde entwicklungsgeschichtlich nur mit positiven Assoziation von coolness, sexy-attitude, Emanzipation, und anderen Mythen belegt, was dazu geführt hat, dass unsere natürliche Skepsis dieser gefährlichen Droge gegenüber verloren gegangen ist. Auch wenn sich das alles sehr nach einer Verschwörungstheorie anhört, könnte doch etwas dran sein an den mutigen Behauptungen des Autors.
Warum investiert die Tabakindustrie Milliarden in Tabakwerbung? Warum sind coole Schauspieler in Hollywoodstreifen fast immer nur mit einer Zigarette im Mundwinkel zu sehen (Aktuelles Beispiel ist der Film Avatar)? Werbung und Filme haben eine Sache gemeinsam: sie arbeiten mit Emotionen. Und wenn wir uns Tausende von Bildern mit fröhlichen Rauchern angesehen haben, dann kann das vielleicht wirklich dazu führen, dass unser Gehirn davon betroffen wird. Und wenn wir überzeugt wurden, dass Zigaretten nützlich sind, greifen wir in schwachen Momenten doch viel eher zum Portemonnaie um die nächste Packung zu kaufen. Beispiel: Wenn ich überzeugt bin, dass mich Zigaretten beruhigen, dann ist es doch nur eine Frage der Zeit, wann ich in Streßsituation wieder anfange zu rauchen, obwohl ich doch aufhören wollte. Allen Carr versteht es sehr gut, diese ganzen Suchtmechanismen aufzuklären: Der gestresste Raucher wird durch Zigaretten nur noch gestresster. Er ist immer gestresster wie ein Nichtraucher. Die Zigaretten helfen nur dabei den zusätzlichen Stress (den sie selbst erzeugt haben) wieder abzubauen. Mehr kann die Zigarette nicht. Der Raucher glaubt durch diesen „Zigaretten-Trick“ allerdings, dass die Zigarette wirklich gegen Stress helfen könnte. Wenn er nun ans Aufhören denkt, bekommt er Angst, denn dann müsste er ja auf seine „Krücke“ gegen Stress verzichten. Der zusätzliche Stress , der durch diese Ängste ausgelöst wurde, zwingt ihn jetzt dazu noch mehr zu rauchen. Wer einmal aus diesem Gefängnis der Täuschungen ausgebrochen ist, der begreift schnell, dass es niemals etwas gab, dass man jemals hätte aufgeben müssen. Und wenn man keine Vorteile mehr beim Rauchen sieht, dann wird das Aufhören ganz leicht eben.
Ok, wie funktioniert die EasyWay Methode von Allen Carr?
- Man soll mit einer offenen mentalen Einstellung das Buch bis zum Ende durchlesen. Einige wichtige Passagen des Buches werden desöfteren wiederholt- das soll angeblich die „Gehirnwäsche rückgängig machen“. Sobald die Gehirnwäsche ausgelöscht wird, soll man gegen Ende des Buches „ Die Letzte Zigarette“ rauchen. Jetzt werdet Ihr Euch bestimmt Folgendes fragen: Was ist denn mit den schrecklichen Entzugserscheinungen? Tja, nach Allen Carr´s ist die physische Abhängigkeit nicht nur leicht zu überwinden, sondern sogar genussvoll, denn man darf sich endlich befreit fühlen vom bösen „Nikotinmonster“. (Anmerkung: Das ist nicht meine Wortwahl, sondern das hat Allen Carr wirklich so geschrieben-kein Scherz!). Deshalb auch gleich meine ehrliche Meinung dazu: Glaubt Allen Carr wirklich allen Ernstes, dass sich die positiven „Zigaretten-Emotionen“, die durch Milliarden-schweres Werbebudget der Tabakkonzerne in Jahren aufgebaut wurden, durch ein paar sich wiederholender Text-Phrasen auslöschen lassen? Dass die körperliche Nikotinabhängigkeit, ausgelöst durch die am schnellsten abhängig machende Droge der Welt, einfach zu überwinden ist, wenn ich mir ein „Nikotinmonster“ vorstelle? Sorry, Herr Carr, aber das ist einfach Schwachsinn!
Der Leitstern des Buches ist es, den Leser bezüglich der Wirkungsweise von Nikotin aufzuklären – das ist auch gut gelungen und ich stimme weiter vielen der „Carr Argumenten“ zu, weil sie einfach logisch-plausibel klingen. Ich glaube auch, dass das Aufhören einfach sein kann, wenn man es will und das akute Entzugssyndrom überwunden ist. Was ich aber keinesfalls glaube, ist, dass Allen Carrs nicht einen einzigen Tag Entzugserscheinungen gehabt haben soll.
Das eigentliche Problem aufzuhören besteht doch darin, überhaupt erstmal anzufangen um dann die „Kette“ zu unterbrechen und eine liebgewonnene Gewohnheit aufzugeben. Und die Abhängigkeit zu überwinden, ist noch mal ein ganz anderer Gegner und da hilft mir die Vorstellung eines „kleines Nikotinmonstern“ kein Stück weiter. Das ist, wie gesagt, einfach nur Schwachsinn.
Das Aufhören ist bestimmt nicht so leicht wie in dem Buch beschrieben- zumindest nicht für alle Menschen, denn jeder ist anders. Ok, wir sind alle nicht dumm- wir können lesen und Informationen verstehen. Wir sind aber keine Computer oder zum Leben erwachte Roboter. Neben dem Gedächtnis für Informationen weisen alle Menschen ein „emotionales Gedächtnis“ auf. Dieses Gedächtnis ist evolutionsgeschichtlich viel älter als das „Rationale-Gedächtnis“. Wenn ich mit der Zigarette Positives assoziiere, wie z.B. Entspannung und Geselligkeit, denn reicht mir die nackte Information, dass ich „mit dem Rauchen den Zustand eines Nichtrauchers erreiche“ nicht aus um mich vom Rauchen abzuhalten. Menschen verarbeiten Informationen und Emotionen in verschiedenen Gehirnbereichen. Wenn ich jetzt eine Zigarette rauchen möchte, dann wägt das „emotionale Gedächtnis“ ab und nicht das „rationale Gedächtnis“. Allen Carr zielt aber einseitig nur auf das „rationale Gedächtnis“ ab und beachtet das „emotionale Gedächtnis“ kaum bis gar nicht. Und das erntet mein Unverständnis. Gut, das „Rationale Gedächtnis“ saugt alle Informationen auf, die im Buch „Endlich Nichtraucher“ stehen. Es sorgt dafür, dass wir aufhören wollen. Es mag wohl auch dafür sorgen, dass wir den Rauchstopp gründlich vorbereiten (alle Aschenbecher wegschmeißen, und anderes Rauchfrei-Tipps-Blabla beherzigen) und uns Nikotinkaugummis oder Champix kaufen. Aber bewahrt uns das „Rationale Gedächtnis“ auch davor, z.B. in kritischen Momenten nicht doch zu rauchen? Ich glaube nicht, denn meine Erfahrung hat mir oft genug das Gegenteil bewiesen. Das Verlangen auf eine Zigarette ist nämlich im „Emotionalen Gedächtnis“ gespeichert und das ist nun mal entwicklungsgeschichtlich viel älter. Das heisst, das Verlangen bleibt, auch wenn wir das Buch 10 Mal oder öfter gelesen haben.
Ich persönlich finde, dass Allen Carr bei einigen wichtigen Punkten einfach versagt hat. Beispiel: Zum Ende des Buches beschreibt Allen Carr wie frustriert er doch ist , wenn Raucher Schwierigkeiten beim Aufhören haben und es nicht leicht finden. (Ich muss hier wirklich fragen, für wen war es bitteschöne keine Herausforderung damit wieder aufzuhören? ) . Ein Hauptgrund weshalb sich manche Raucher das Aufhören angeblich so schwer machen, liegt darin begründet, weil sie seine Anweisungen missverstanden haben. Und hier ist die Antwort, die Herr Carr allen gibt, die aufgehört haben aber ungeheuerlicher weise wagen einen Hauch von Entzugserscheinungen zu verspüren:
„Dann sind Sie sehr dumm. Wie können Sie behaupten, „Ich will ein Nichtraucher sein“ und gleichzeitig sagen „Ich will eine Zigarette“ ? Das ist ein Widerspruch. Wenn Sie sagen, „Ich will eine Zigarette“, dann sagen Sie damit, „Ich will ein Raucher sein“. Nichtraucher wollen keine Zigaretten.“
Es soll aber gar nicht mal so unüblich sein, dass süchtige Personen im Entzug durchaus hin und wieder mal das Verlangen auf die Droge verspüren. Der oben stehende Ausschnitt aus Allen Carr´s Buch (frei von mir wiedergegeben) zeigt ganz deutlich, dass der Autor vorwiegend auf das „Rationale Gedächtnis“ abzielt und sogar bereit ist, die Intelligenz des Rauchers in Frage zu stellen. Ich kann mir nach bestem Gewissen nicht vorstellen, wie mir das weiterhelfen sollte, wenn ich das unstillbare Verlangen auf eine Zigarette verspüren würde. Was man wirklich braucht, sind funktionierende Werkzeuge um das Verlangen nach Drogen an ihrem Entstehungspunkt („emotionale Gedächtnis“) angreifbar zu machen.
Dennoch kann ich mich an dieser Stelle einer gewissen Bewunderung Allen Carr´s Brillianz nicht erwehren: Denn Herr Carr sagt dem Leser hier nicht direkt “höre mit dem Rauchen auf!” sondern er impliziert es dem Raucher unterschwellig, indem ihm suggeriert wird, dass er dumm ist, wenn er rauchen will. Da niemand dumm sein möchte bzw. jeder sich für schlau hält, trifft diese Suggestionsform bei den meisten auch voll ins Schwarze. Dieser “Trick” dürfte auch bei anderen Problemen des Alltags nützlich sein, z.B. könnte man in einer Diät wie folgt argumentieren :
Hast Du da gerade etwa diese Schokotorte gegessen? Dann bist Du sehr dumm! Wie kannst Du behaupten, “Ich will schlank sein” und gleichzeitig sagen “Ich will eine Schokotorte essen”? Das ist ein Widerspruch. Wenn Du sagt, “Ich will eine Schokotorte essen”, dann sagst Du damit, “Ich will ein Dicker sein”.
Vorteile und Nachteile der Easy Way Methode / Endlich Nichtraucher von Allen Carr
Vorteile
- Das Buch „Endlich Nichtraucher“ von Allen Carr liefert nützliche Information über Nikotin und Drogenabhängigkeit.Außerdem entschlüsselt es die Gründe, weshalb Menschen überhaupt rauchen. Denn fast immer raucht man nur, um ein Problem zu beseitigen, dass ohne die Droge erst gar nicht entstanden wäre. (Stress, Unlust, Langeweile,etc.) .
- Das Buch richtet sein Augenmerk außerdem auf einen oft übersehenden Aspekt des Rauchstopps. Einer der Gründe, der vielen Rauchern das Aufhören erschwert, liegt darin begründet, dass man sich fragt „Warum sollte ich mit dem Rauchen aufhören?“ anstatt sich einfach zu fragen „Warum rauche ich überhaupt?“. Bei der ersten Frage sieht man sich selbst noch als Raucher, der gute Gründe zum Weiterrauchen hat und nur überlegt aufzuhören; Doch bei der zweiten Fragestellung betrachtet man das Aufhören schon eher aus der Sicht eines werdenden Nichtrauchers und damit ist quasi schon die erste Brücke in die Nichtraucherwelt geschlagen, was die Sache einfach werden läßt.
- Allen Carr vermag es mit einzigartigen rhetorischen Kunstgriffen, dem Raucher das “Nichtrauchen-Wollen” einzusuggerieren.
- Die Easyway-Methode kann euphorisch machen, denn man wird in die Position eines Wartenden versetzt, der dem “Gefühl der Freiheit” sehnsüchtig entgegen fiebern darf.
- Allen Carr hat aus dem Rauchstopp eine kleine Religion gemacht.
Nachteile
- Einer der Haupt-Nachteile der „EasyWay Methode“ ist es, dass sie eigentlich zu wenig bietet um sich „Methode“ nennen zu dürfen. Ok, Herr Carr hat ein sehr unterhaltsames Buch geschrieben und einige sehr gute Ideen eingebracht, aber unter Methode verstehe ich – unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten- etwas ganz anderes.
Allen Carr beschreibt zwar sehr gut, was man braucht um das Rauchen aufhören als leicht zu empfinden, aber er bietet mir einfach zu wenige Tools um das real auch zu schaffen. Nicht jedem Menschen hilft die Vorstellung von einem kleinen oder großen Nikotinmonster im Kopf oder Körper. Was auch immer der Autor damit zum Ausdruck bringen wollte, ich finde es albern und kindisch.
- Allen Carr fokussiert sich zu sehr auf das „Rationale Gedächtnis“ des Menschen und vernachlässigt das -für den Rauchstopp aber so wichtige – „Emotionale Gedächtnis“. Alle Menschen, die die Informationen von „Endlich Nichtraucher“ nicht ins „Emotionale Gedächtnis“ überführen können, für die wird der Rauchstopp alles andere aber niemals „easy“. (erklärt auch, weshalb es 50 % nicht schaffen )
- Der Autor scheint etwas selbstverliebt in seine „Methode“ (Dem „Heilmittel gegen Lungenkrebs“) zu sein. Aus seinem egozentrischen Weltbild (Ich will nicht „Wahn“ sagen) heraus, versucht er Menschen von wissenschaftlich anerkannten Methoden zur Raucherentwöhnung wie „Nikotinersatz“ oder „Hypnose“ abzubringen. Es gibt aber nun mal Menschen- ja , Allen Carr gehört selbst dazu- bei denen hat z.B. Hypnose sehr gut funktioniert und ich glaube auch, dass es eine Hilfe für sehr “schwere Fälle” sein kann. Weiter scheint Allen Carr eine instinktive Abneigung gegen Nikotinersatz-Therapie zu haben. Er sagt, dass Menschen nicht „wegen sondern trotz“ Nikotinersatzmittel aufgehört haben.
Ich glaube zwar auch, dass sich der Hauptkampf im Kopf des Drogensüchtigen während des Entzugs abspielt, aber es gibt wissenschaftliche Studien, die beweisen konnten, dass psychologische Beratung /Verhaltenstherapie in Verbindung mit NET die Erfolgsrate steigern konnten. Es gibt immer verschiedene Wege um die Sucht zu überwinden, aber die Nikotinersatz-Therapie hat ja auch nie behauptet die beste Methode auf diesem Planeten sein zu wollen.
- Wie ich schon erwähnt hatte, ist das Buch, was psychologische Aspekte betrifft, einfach zu unsensibel und repitativ. Anstatt gefühlvoll auf die Belange von Rauchern einzugehen, wird mit der „Holzhammer-Methode“ versucht, Informationen in die Köpfe seiner Leser einzutrichtern. Man stelle sich einen depressiven Menschen vor, der Kummer leidet weil ihm seine letzte Stütze genommen wurde und jetzt muss er sich hinzu noch anhören „Sie sind sehr dumm!“. Wer also Angst hat, depressiv zu werden, wenn er nicht mehr rauchen darf oder wenn jemand Hilfe und Rat bei der Kummerbewältigung sucht, für den ist das Buch nutzlos und provozierend, ja sogar gefährlich.
Meine Empfehlung
Die meisten Raucher werden einen Vorteil aus dem Buch „Endlich Nichtraucher“ von Allen Carr ziehen, da bin ich mir sogar sicher. Aber ich würde nicht behaupten wollen, dass man damit auch wirklich mit dem Rauchen aufhören kann, dafür bietet es nicht genug von einer Methode. Außerdem sollte man dem Autor zugestehen, dass er keine psychologische Ausbildung genossen hat und teilweise einen recht rauen Umgangston pflegt. Wegen seines Unwissens und Unverständnisses zahlreicher psychologischer Mechanismen wurde er auch schon oft kritisiert.
Wer eine „Ich-will-aufhören-Einstellung“ aufbauen möchte, für den kann ein Einblick in Allen Carr´s Gedankengänge tatsächlich soetwas wie eine Offenbarung darstellen. Da das Buch mit einem Preis von nur 8 EUR als günstig zu bezeichnen ist, kann man also durchaus einen Blick riskieren.
Kaufen kann man “die kleine Rauchfrei Bibel” z.B. auf Amazon: Endlich Nichtraucher!: Der einfachste Weg, mit dem Rauchen Schluß zu machen
Auf der anderen Seite, wenn Du auf der Suche nach einer Schritt-für-Schritt-Anleitung oder einem 25-Schritte-Nichtraucher-Plan bist, kann das Buch nicht mehr für dich tun als ein paar Stunden Unterhaltung bieten. (Im Buch gibt es a eine Menge autobiografischen Ballast).
Was viele -mich eingeschlossen- gestört hat, war Allen Carr´s Art zu schreiben: Seine Methode ist die 1. Wahrheit auf Erden, die so wichtig ist, dass sie gebetsmühlenartig vorgetragen werden muss. Vielleicht ist es so, aber dann ist die 2. Wahrheit auch, dass Allen Carr maximalen Profit aus seiner „Methode“ schlagen wollte und auch geschafft hat . Aber ob Allen Carr jetzt auf „heiliger“ Mission war um den Menschen Freiheit zu schenken oder doch aus wirtschaftlicher Interesse heraus gehandelt hat, ich sage dazu nur:
Allen Carr hat aus dem Rauchstopp zwar eine kleine Religion gemacht, aber ich lasse mich lieber einmal bekehren, als unter einem Sauerstoffzelt mein letztes Gebet machen zu müssen.
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Hallo,
ich hab vergeblich versucht dass rauchen aufzugeben und das ca. 8 mal.
Nach dem ich das Buch von Allen Carr gelesen habe, hat es endlich geklappt!
Es öffnet einem die Augen und zeigt Tatsachen, die man sonst nie gemerkt hat. Und das hilft einem sehr.
Hätte ich es mit Allen Carr nicht geschafft, dann wäre meine nächste Option Champix gewesen.
Grüße
Wow, es ist wirklich beeindruckend, dass Du selbst nach 8 vergeblichen Versuchen die Hoffnung nicht hast aufgegeben !
Diese Leistung wird bestimmt für so manchen Raucher eine Inspiration sein, so wie Allen Carr eine Inspiration für dich war.
….Kennst Du den Informatik-Professor Randy Pausch , der 2008 an Bauchspeicheldrüsenkrebs verstorben ist? Er hat ein wunderbares Zitat ersonnen:
>> The brick walls are there for a reason. The brick walls are not there to keep us out; the brick walls are there to give us a chance to show how badly we want something. The brick walls are there to stop the people who don’t want it badly enough. They are there to stop the other people!
<<
[...] “rationale Gedächtnis” und nicht das “emotionale Gedächtnis” anspreche (Quelle). Ich würde da eher von deklarativen episodischen und prozeduralem Gedächtnis sprechen. Das [...]
[...] dürfte ja bestens bekannt sein, wer ihn nicht kennt, kann meinen Artikel “Wie funktioniert die EasyWay Methode von Allen Carr?” [...]
[...] (speziell ausgebildete Psychologen) und / oder das Lesen von Rauchstopp-Büchern (z.B. “Endlich Nichtraucher“), erforderlich, damit man in schwachen Momenten nicht doch den “cravings” [...]
Ich habe mehrere Stunden am Stück das Hörbuch gehört, nicht das Buch, sondern das Hörbuch. Ich hab es gehört weil ich es bekam und keine Ahnung hatte was es ist. Nachdem ich es gehört hatte, ging ich als Nichtraucher hervor. Das ist nun 1 1/2 Jahre her. Ich habe keinen Tag Entzugserscheinungen gehabt, jedenfalls nicht dass ich wüsste. Ich bin nun auch der festen Meinung dass das Rauchen da dümmste in meinem Leben war und das ich es aber auch nie wieder anfangen werde. Danke Allen Carr. Ich kann es nur empfehlen und auch nach 10000 Diskussionen im Freundeskreis, in dem niemand geglaubt hat dass es klappen wird und das man mich damit ernst nehmen kann. Kauft euch das Hörbuch und nehmt euch die Zeit.
Es lohnt sich!!!
habe nach sieben erfolglosen jahren endlich und völlig mühelos mit dem rauchen aufgehört, ich habe mir die cd endlich nichtraucher nur einmal angehört und mußte feststellen das ich das alles schon wußte wie rauchen mir schadet nur wie ich einfach damit aufhöre wußte ich nicht. ich muß aber sagen nur wer es absolut ernst meint dem wird die cd oder das buch helfen. denn die innerliche einstellung ist das wichtigste. ich möchte nur noch sagen ich bin völlig frei und nicht mehr mein eigener sklave. viel glück dem der sich auch befreit. mfg thomas
Also mir hat das Buch auch sehr geholfen, da es die in meinem Kopf bestehende unterbewusste Verbindung “Zigarette = Positiv” und “Nicht-Rauchen = Negativ” gelöst hat.
Bin seit 6 Tagen auch endlich frei und werde es für immer bleiben. (:
Solange die “Methode” funktioniert ist es doch egal, ob sie wissenschaftlichen Ansprüchen genügt oder nicht. Meist sind es gerade die einfachen Dinge, die einem die Augen öffnen. Oder anders gesagt: wieso muss ich von A nach B über c,d,e,f,g,h,i,j,k,l,m,n,o,p,usw fahren, wenn es die direkte und einfache Route gibt?
Interessanter Artikel, scheinbar interessantes Buch. Zum Glück hat meine Hypnosetherapie beim ersten Mal angeschlagen, bin nun seit 3 Jahren rauchfrei. Andernfalls hätte ich mir sicher spätestens jetzt das Buch besorgt. Werde es auf jeden Fall weiter empfehlen.