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0:49 Uhr | Montag, 18. Januar 2010  -(nichtraucher-zigaretten.de) - 2 Kommentare »

Nikotin

  

Welche Begleiterscheinungen hat der Nikotinentzug?

 

Ich finde es immer wieder bedauerlich, wenn ich erfahre, dass aufhörwillige Raucher beim Rauchstopp scheitern weil die Begleiterscheinungen des Nikotinentzugs zu unerträglich waren. Die Nikotinfalle ist so konzipiert, dass es für die meisten Menschen kein Entfliehen gibt- zumindest kein Leichtes. Der körperliche Entzug dauert nur etwas 2-3 Wochen und ist relativ schnell durchgestanden. In dieser Zeit können vereinzelt Nebenwirkungen des Rauchstopps eintreten- Typische Entzugserscheinungen sind:

  • Nervosität und Unruhe
  • Allgemeine Gereiztheit
  • Unruhe
  • Aggressivität
  • Schlafstörungen u. Schlaflosigkeit
  • Depressionen / Grundlose  Traurigkeit
  • gesteigerter Appetit
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühl
  • Druck auf der Brust / Lunge

Die meisten Begleiterscheinungen hängen mit einem veränderten Blutzuckerspiegel des Körpers zusammen und verschwinden rasch wieder. Besonders Konzentrationsstörungen, gesteigerter Appetit und allgemeine Gereiztheit sind bei vielen Rauchern gefürchtet. Während der ersten 3 Tage der Nikotinentwöhnung treten neben starkem Verlangen oftmals auch Schwindelgefühle und Kopfschmerzen auf, die jeweils  individuell unterschiedlich intensiv ausfallen können.

Statistiken und aktuelle Studien belegen es recht gut, dass Exraucher nicht nur länger und gesünder wie Raucher leben sondern z.B. auch viel seltener an Depressionen erkranken. Das dürfte für viele Raucher ein starker Motivationsfaktor darstellen, denn oft fragt man sich doch: Sind Exraucher wirklich glücklicher? Es kann nur eine Antwort geben:  JA, NATÜRLICH! Und das ist der Rauchstopp wert, da könen uns doch so ein paar Nebenwirkungen nicht bedrohlich werden, oder?  Ok, wir fühlen uns vielleicht anfangs ein wenig ängstlich oder niedergeschlagen, aber was kommt danach? Eine wundervolle Zeit in der wir uns beweisen können, dass das Nikotin unrecht hatte. Es unterstellte uns  doch täglich Dinge wie : „Ohne mich kannst Du dich nicht mehr konzentrieren“ oder „ohne mich kannst Du dein Leben nicht mehr genießen“. Diese Droge hatte mit diesen  kleinen Märchen die volle Kontrolle über unser Leben an sich gerissen. Aber jetzt ist Schluß, weil wir uns beweisen werden, dass wir uns ohne Nikotin 1000 x besser konzentrieren können und unser Leben auch 1000 x mehr genießen werden.

Die Nebenwirkungen des Rauchstopps werden also bald schon wieder verschwinden und dann darfst Du so stolz auf dich sein. Damit sich das auch so schnell wie möglich ereignen wird, darfst Du den Entzug nicht künstlich verlängern indem Du z.B. zu Nikotinkaugummis oder Nikotininhalierer greifst. Auch wenn einige Ärzte und Therapeuten wehement für Nikotinersatz plädieren, bekämpfen sie  doch nur die Symptome aber nicht die eigentliche Ursache. Die Symptome wie starkes Verlangen ist nicht das Problem sondern die körperliche Abhängigkeit , an der wir da leider erkrankt  sind,  muss geheilt werden.

Weitere Nebenwirkungen könnten ein starker Druck auf der Brust sein. Hier kann es helfen, wenn Du Dir 1-2 Minuten leicht aber im schnellen Rhythmus auf die Brust klopftst. Dieser Druck ist wohl damit zu erklären, dass über das Brustbahn 2 Nervenbahnen entlang laufen, die ihren Ursprung im limbischen System haben, also das Glücks- und Suchtzentrum im Gehirn. Das Klopfen gegen Rauchen kann merklich die Nerven beruhigen und Entzugserscheinungen milder stimmen.

Oftmals haben wir das Problem, dass beruflich sehr eingespannte Personen den Rauchstopp hinausschieben weil sie den zusätzlichen Entzugsstress fürchten. Das sind meistens die sogenannten „Stressraucher“ die zumeist auch noch  eine extreme körperliche Nikotin-Abhängigkeit aufweisen. Diese Rauchertypen „funktionieren“ gar nicht mehr ohne Nikotin und sie glauben zudem felsenfest daran, Nikotin könne Stress jeglicher Art abwehren. Das ist leider ein Irrglaube, denn genau das Gegenteil ist der Fall. Wer im Stress steht, der sollte so schnell wie möglich die Zigaretten aus seinem Leben bannen, denn auf lange Sicht zerstört Nikotin unsere Nerven . Sie kennen  bestimmt das Burnout-Syndrom, richtig? Was meinen Sie, wer erkrankt wohl eher daran, eine Person die gesund lebt oder eine Person die wie ein Schlot raucht? Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Nikotin unsere Nerven schädigt und diverse Autoimmunkrankheiten wie z.B. Multiple Sklerose beschleunigt. Gerade MS ist eine sehr schlimme Nervenkrankheit, in der das eigene Immunsystem Amok läuft und den Schutzmantel unserer sensiblen Nevenbündel angreift; was zur Lähmung oder schlimmeren Folgen führt. Die Gifte des Qualms attackieren unsere  Nieren, die Lunge und  richten im gesamten Menschen furchtbare Schäden an.

Ich habe mit dem Rauchen aufgehört und was mich besonders gewundert hat: Ich komme heute als Nichtraucher weitaus  seltener in stressige Situationen wie früher als Raucher. Damals  war ich komischweise immer gestresst, glaubte aber  immer entspannter und glücklicher wie ein Nichtraucher zu sein- Ich war so dumm!

Habe auch keine Angst vor ein paar Pfunden zu viel, die der Rauchstopp manchmal bringen könnte. Gewichtszunahme kann eine der Nebenwirkungen beim Rauchen aufhören sein, wenn man einige wichtige Grundprinzipien der Nahrungsaufnahme ignoriert. Gewichtsprobleme treten nämlich oftmals bei Exrauchern ein, die ihre täglichen „Kicks“ mit Süssigkeiten kompensieren müssen. Oftmals sind diese Gewichtsprobleme aber auf einen deregulierten Blutzuckerspiegel zurück zu  führen. Eine der Drogen-Wechselwirkungen des Nikotins besteht darin, dass es den Körper innerhalb von Sekunden anweisen kann,  seine eigenen “Notfall-Zucker-Reserven” frei zu setzen.
Nikoktin erzeugt mit seiner psychoaktiven Wirkung ein Hormon-Feuerwerk im Gehirn. Es aktiviert Hormone, die wiederum unseren  Zucker-Stoffwechsel beeinflussen: Dazu zählen z.B.  Adrenalin und Cortisol.  Adrenalin wird in Situationen ausgeschüttet in denen es um Leben und Tod geht: In diesen stressigen Momenten braucht der Körper schnell Energie. Somit  sorgt das Stresshormon Adrenalin dafür, dass der in der  Leber gespeicherte  Zucker ( Glykogen,) extrem schnell in Glykose umgewandelt wird (Treibstoff/ „Benzin“  für alle Zellen).
Gerade unser Gehirn ist abhängig von einer regelmäßigen Zuckerzufuhr. Die Gehirnzellen verbrauchen zehn Esslöffel Traubenzucker pro Tag: Ohne Glukose könnten wir weder atmen noch denken oder laufen. Normalerweise nehmen wir Zucker über die Nahrung auf. Bis unser Körper aber die Zucker verstoffwechselt hat, vergehen gut 20 Minuten.

Einer der Nebenwirkungen des Rauchen aufhörens wird ein spürbarer Hunger auf Süsses sein, der auf einen zeitweise gesenkten Blutzucker-Level im Gehirn zurück zu führen ist. Unser Gehirn verbrennt rund 140 Gramm Glukose am Tag und als das Nikotin noch zur Verfügung stand, war es eine extrem schnelle Bereitstellung gewohnt. Das Problem besteht aber jetzt darin, dass wir Zucker nicht mehr so schnell liefern können, weil  eben der Weg  über die normale Nahrungsaufnahme und Verdauung gut  20 Minuten verschlingt, dauert es jetzt etwas länger bis der erste Traubenzucker im Gehirn ankommt. Theoretisch macht es also keinen großen Unterschied, ob ich jetzt 1 Glas Fruchtsaft trinke oder 10 Gläser- es wird immer 20 Minuten dauern bis ich -aufgrund des ausgeglichenen Blutzuckerspiegels- eine merkbare Verbesserung meiner Stimmung wahrnehme. Aus genau diesem Grund essen wir  aber auch mehr Zucker als überhaupt  nötig wäre. Zudem muss unser Gehirn auch  erst wieder lernen, dass es den Zucker nicht innerhalb von Sekunden erhalten kann sondern dass es jetzt 20 Minuten dauert. Hat sich der Blutzucker-Pegel aber ersteinmal reguliert, verbessert sich auch unsere Stimmung rasch wieder- das wird ca. 2-3  Wochen brauchen.

Mein Tipp:
Während der ersten 14 Tage der Nikotinentwöhnung immer  Traubenzucker-Bonbons in der Tasche dabei haben: Mit purer Glukose hat es unser Stoffwechsel am einfachsten .  Der Zucker gelangt dann extrem schnell über den Darm ins Blut und von dort in unser Gehirn. Nach dieser Zeit wird sich unser Körper auch daran gewöhnt haben, dass der Zucker nicht mehr ganz so schnell bereitgestellt werden kann wie zu Zeiten als wir noch rauchten. Ziemlich genau ab da werden auch die Heißhunger-Attacken weniger  werden und die Nerven beruhigen sich auch wieder. Dann kann man es auch endlich genießen nicht mehr rauchen zu müssen und die  neue Freiheit auskosten.


 


Bisheriges Feedback: 2 Kommentare

  1.     Name vergessen meint:

    Um das Rauchen aufzuhören bedarf es keinen Hilfsmittel. Der Wille ist wichtig und nur der. Wenn man wirklich will, dann kann man auch von heute auf morgen aufhören und das selbst in den schwierigsten Umgebungen. Hatte ich selbst. Wirt einer Kneipe und auch dort ging es. Man muss halt standfest bleiben, wenn alle um einen herum rauchen, aber es geht. Und so Mythen, wie man würde mehr essen, stimmen auch nicht. Das ist nur das Entfliehen in eine andere “Sucht”, aber mit dem eigentlichen Aufhören hat das nichts zu tun. Auch Leute mit Frust und Ängsten fliehen in die Esssucht, das ist nur eine Ausweichung, mehr nicht. Wenn man aufhören möchte, dann kann man das auch. Wer immer sagt, das gibt deswegen oder wegen dem nicht, der wollte auch nicht aufhören und sucht nur einen Schuldigen.


  2.     Martin O. Hamann meint:

    Hallo, danke für deinen Beitrag. Du hast leider ein Keyword als Name angegeben, welches ich entfernen musste. Nichts gegen dich aber die Kommunikation sollte an erster Stelle stehen und keine finanziellen Interessen.
    Ich hoffe, Du verstehst das.

    Im Grunde hast Du schon Recht, der Wille und die Durchsetzung des “Ichs” können eine Abstinenz aufrecht erhalten. Nur hat man ja manchmal noch dieses kleine Teufelchen dass da auf der Schulter sitzt und das sagt immer “Komm´schon, rauch mal wieder eine!”.
    Und sich da zurückreißen und vor einer Dummheit zu bewahren kann schon eine kleine Herausforderung sein.
    Meine Spielsucht hat mir mehr zu schaffen gemacht als der Rauchstopp. Das Feeling beim Spielen war einfach so überwältigend, dass ein Verzicht unmöglich erschien. Mit selbst ausgetüfftelten Techniken habe ich aber auch dort mehr und mehr Land gegen die Sucht gewinnen können , obwohl ich ja anfangs total unterlegen erschien.



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