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17:13 Uhr | Donnerstag, 11. September 2008  

Psychologie

  

Grundlagen Verhaltenspsychologie

Obwohl das Zigaretten Rauchen recht alltäglich beim Großteil der Raucher ist, muss es als echte Abhängigkeit, also als Sucht bezeichnet werden. Ausnahmslos alle klinischen, & neurobiologischen Daten stimmen darin überein, daß Nikotin ähnlich oder genauso wie Heroin und Kokain oder sonstige Drogen ein Stoff der süchtig macht .

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Dies dürfte auch als Erklärung herhalten, weshalb einige Menschen es so schwer haben, vom Rauchen wieder loszukommen.   Um diesen Personen überhaupt helfen zu können, ist es unentbehrlich, sich über die Zusammenhänge der Tabakabhängigkeit klar zu werden, die reichlich Übereinstimmungen mit anderen Abhängigkeitsformen haben. Die aktuelle Tendenz besteht darin, diese Anomalien lediglich unter dem Sammelbegriff Suchtverhalten einzureihen, ganz egal ob es sich dabei um den Konsum eines Stoffes handelt oder um ein zwanghaftes Verhalten wie z.B. Spielsucht oder Kaufzwang. Sämtliche Abhängigkeitsformen sind ziemlich komplexe Phänomene, bei denen sich Verhaltensmechanismen und pharmakologische Mechanismen vereinigen. Wir könnten demnach das Rauchen wie folgt definieren:
>>Rauchen ist ein durch Stetigkeit und starke Verbreitung gekennzeichnetes Verhalten, welches, aufgrund des Nikotins, eine so genannte pharmakologische Abhängigkeit auslöst. << Alle unsere Verhaltensweisen wurden in einem fortdauernden Prozeß erlernt und erfuhren nach und nach durch bedingte Reflexe eine Zunahme. Wir weisen verschiedene Verhaltensweisen auf, wie z.B.
1. Annäherungsverhalten, mit dem wir uns lebensnotwendige oder begehrte Substanz besorgen. Wir wiederholen diese Aktion, wenn diese angenehme Konsequenzen hat; dies wird auch als positive Verstärkung bezeichnet.
2. Dann weisen wir auch ein Vermeidungsverhalten auf, mit dem wir Gefahren ausweichen ; dies wird auch als negative Verstärkung bezeichnet.
In den beiden oben genannten Situationen führt das Verhalten zu einer Art>> Belohnung<<, was bewirkt, daß die Aktion wiederholt wird. Umgekehrt gibt es allerdings ebenfalls Situationen der »Bestrafung«, wobei zwischen positiver und negativer Bestrafung unterschieden wird:
- positiven Bestrafung: wenn ein Verhalten negative Gefühle oder Motivationen bewirkt hat;

-negativen Bestrafung: wenn ein Verhalten zum Entschwinden positiver Empfindungen geführt hat. In beiden Fällen spricht man von einer so genannten Verhaltenshemmung. Unser Verhalten wird also jeweils durch motivierende oder hemmende Konsequenzen beeinflusst.

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Das Wissen um die Verstärkungsmechanismen ist recht bedeutsam, um verstehen zu können, weshalb jemand überhaupt zum Raucher wird. Die psychoaktiven Wirkungen des Nikotins wie zum Beispiel schönes Entspannung, einzigartiges Vergnügen und rasche geistige Stimulierung , erklären auch die früh einsetzende positive Verstärkung.   Die negative Verstärkung allerdings macht sich später erst bemerkbar: das schmerzende Gefühl, etwas Notwendiges entbehren zu müssen und einem starken Mangel zu leiden. Diese quälenden Empfindungen stellen sich ein, sobald man dem Zigarettenraucher die Zufuhr an Nikotin entzieht; die negative Verstärkung führt schlimmerweise zu immer größerem Zigarettenkonsum. Ist das Entzugssyndrom beim Aufhören Rauchen quälend, wird der Raucher gewiss sein Abstinenzverhalten aufgeben und wieder zur Zigarette greifen. Hatte die Person umgekehrt aber schon die positiven Wirkungen erfahren, die das Rauchen Aufhören mit sich bringt, und war im Falle eines Rückfalls mit den negativen Folgen der Zigaretten konfrontiert, dann könnte es durchaus sein, daß er wieder mit dem Rauchen aufhört.
Die Auswirkungen eines negativen oder positiven Stimulus variiert, bedingt durch die jeweilige Sachlage, in der sie sich vollzieht: das Vergnügen oder der Entspannungsmoment, der durch eine Zigarette sofort erreicht wird, hat eine sehr eminente Wirkung auf unser Verhalten; viel gewaltiger als ein ungleich wichtigerer, aber in der Ferne scheinender Stimulus, wie z.B. das Wissen Krebs zu bekommen. Der verstärkende Effekt wird weiter erhöht, wenn der Stimulus immer wieder wiederholt wird. Die unglaubliche Schnelligkeit der beim Zigarettenrauchen erfolgenden schönen Empfindungen erklärt, warum es die wirkungsvollste, will sagen arglistigste Methode ist, um Sucht / Abhängigkeit auszulösen.

 

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