Du musst es wollen, weshalb Aufhören reine Kopfsache ist

Sobald man sich einen Exraucher in einer freien Minute schnappt und ihn  ganz unauffällig um Rat fragt, wie man denn aus dieser gemeingefährlichen Nikotinsucht-Falle am besten entkommt, hört man fast immer lapidar anmutende Sätze wie „Du musst es wollen“ oder „Aufhören ist reine Kopfsache“.  Das klingt für die meisten Raucher zwar einleuchtend, doch die Umsetzung will gekonnt sein!

Mein großes Problem beim Rauchen-Aufhören damals war einfach, dass ich durchaus eins, zwei oder auch mehr Tage abstinent von Zigaretten bleiben konnte, aber schon nach ein paar Wochen dieses unangenehme „Jucken“ in der Brust zu stören begann und zeitgleich das Kopfkino startete. Das Ergebnis war immer Dasselbe: Ich redete mir die Welt so schlecht wie nur möglich und stürzte mich somit ins tiefste Selbstmitleid. Ich war von einem zum anderen Augenblick der König aller Pechvögel und so schlimm dran, dass ich mir doch unbedingt jetzt eine Schachtel Zigaretten am nächsten Zigarettenautomaten „ziehen“  sollte, weil sich ja dann wie durch Zauberei alles wieder zum Guten wenden würde. Und so unglaublich sich das jetzt auch für einen Nichtraucher anhören mag, ich war wirklich felsenfest davon überzeugt, dass sich meine gesamte Lebenssituation wie von selbst umkrempelt sobald ich mir nur eine einzige  Zigarette anzünden würde. Nichts, aber auch gar nichts hätte mich von dieser fatalen Überzeugung abbringen können. Ich war ein Pechvogel und die Zigaretten mein einziger Trost auf Erden und Ritter in der Not. Dieses Denken hielt mich jahrelang gefangen und nahm mir so viel: Mein schönes Geld (über 150€ im Monat), meine Ausdauer, meine Energie, meine Lebensfreude, meinen frischen Atem, meine Selbstüberzeugung, meine Manneskraft (Libido) und noch so vieles mehr .

Doch auch wenn ich mir geistig durchaus klar machen konnte, dass ich nur gewinnen konnte wenn ich mit dem Rauchen aufhöre, bekam ich einfach dieses irrsinnige „Pechvogel-Zigaretten-Trost“ Konstrukt nicht aus meinem Schädel. Es stimmt also schon wenn jemand sagt, dass das Aufhören reine Kopfsache ist, man muss in diesem Durcheinander nur erstmal erkennen, dass es falsch ist zu glauben, dass man ein Pechvogel sei und /oder, dass einem die Zigaretten auch nur Ansatzweise aus der Patsche helfen könnten. Nur…wo denn überhaupt anfangen um frei zu kommen?

Indem man zuerst erkennen muss, dass man wie ein Junky denkt.

Sie glauben manchmal auch, Sie wären der perfekte Pechvogel? Junkys reden sich das ständig ein!  Drogenjunkys sehen sich immer als Opfer der Umstände, Geisel Ihrer Selbst und Unglücksraben der Nation. Ein Junky ist einfach nicht von der Überzeugung abzubringen, dass er gerade in einer bösen, eiskalten Welt und für ihn hoffnungslosen Situation festsitzt und jetzt tief verzweifelt um Hilfe betteln muss, die ihm unglücklichweise nur die Droge bieten kann. Und was für ein Zufall, der stolze Ritter in Weiß mit seinen orangen Stiefeln an -die Zigarette –  steht schon bereit um dem Junky aufzuhelfen. Was für ein schönes Happy End! Ne, Ne, Ne, das ist nie und nimmer  Zufall, das ist nur die perfekte  Inszenierung eines verrauchten Junkyhirns, mehr nicht!

Früher redete ich mir -fast immer kurz vor einem Rückfall- folgendes ein:  „Man, wenn es mir schon so mies gerade geht, dann ist es ja wenigstens gut, dass ich noch die Zigarette habe“. Heute denke ich ganz anders, da ich weiß, dass die Zigaretten niemals eine echte Hilfe waren und ich nur meiner eigenen,  „hollywood-reifen“ Junky-Inszenierung aufgesessen bin!  Wenn es mir heute also mal weniger gut geht, sage ich mir zum Beispiel dies: „Ok, heute könnte es wirklich besser für mich laufen, doch zumindest muss ich mir nicht mehr dieses Dreckszeug  in meine Lungen ziehen“. Die mentale Einstellung zum Rauchen ist der Schlüssel und nichts anderes meint ein Exraucher, wenn er zu Ihnen sagt, dass das Aufhören reine Kopfsache ist.

Doch damit Ihnen das Nichtraucherwerden bestmöglich gelingt, benötigen Sie eine Schritt-für-Schritt Anleitung die Ihnen die richtige Strategie anbietet mit der Sie die für das Aufhören erforderliche mentale Einstellung erreichen können. Diese Anleitung lautet wie folgt:

  1. Schritt: Finden Sie die negativen gedanklichen Überzeugungen die Sie in den Rückfall der Nikotinsucht getrieben haben. (z.B. „Ich hab´s schon schwer genug, wenigstens kann ich jetzt noch rauchen.“)
  2. Schritt: Formen Sie diese unwahren und schädlichen Gedanken  sofort in positive beziehungsweise bestärkende Überzeugungen um. (z.B. „Es ist gerade vielleicht nicht wirklich leicht,  aber das Glück ist dennoch auf meiner Seite, denn ich habe gegen die Nikotinsucht gewonnen, weil ich erkannt habe, dass Zigaretten niemals eine wirkliche Hilfe waren!“)

Martin O. Hamann

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10 Antworten auf „Du musst es wollen, weshalb Aufhören reine Kopfsache ist“

  1. Ich bin 38 Jahre alt und rauche seit meinem 16 ten Lebensjahr mit Unterbrechung. Man redet sich soviel ein. ES IST DEFINITIV kopfsache. Und egal wie gut es schmeckt oder nicht. ES IST GIFT

  2. Ich beschäftige mich schon sehr lange mit dem Thema Gewohnheiten und Unterbewusstsein und kann es von daher nur bestätigen, dass das Rauchen aufhören reine Kopfsache ist. Im Endeffekt haben wir das Rauchen genauso wie das Autofahren gelernt. Irgendwann läuft es dann halt automatisch ab, ohne uns bewusst zu sein. Deshalb ist es wichtig, dass man einfach in sich geht und die Gründe für seine Sucht erkennt. Dann weiß man auch in welchen Situationen man zur Zigarette greift und kann sich sinnvolle Alternativen überlegen, die anstatt der Zigarette helfen bestimmte Stresssituationen zu meistern. Deshalb finde ich den Artikel sehr gelungen, weil er zeigt, was alles möglich ist, wenn man einfach seine Denkgewohnheiten ändert anstatt an altem denken festzuhalten.

    1. Keine Sorge. Es ist noch massig Zeit bis zum 10.10. Du scasffht das schon! In den letzten Wochen hast Du einfach viele Kilometer geschrubbt. Das geht wahrscheinlich nicht einfach so an einem vorbei Ich drfccke die Daumen und wfcnsche gute Besserung!

  3. Ich hätt’s ja selbst nicht geglaubt – erst recht nicht von mir selbst: Am 21.12.2012 stand ich (50plusser, regelmäßiger Raucher seit >30 Jahren) sinnierend am Firmen-Aschenbecher herum. Nach etwa einer halben Zigarette schaute ich in die Glut, die da zwischen Zeige- und Mittelfinger glimmte. Ich weiß nicht wie oft in meinem Leben ich diese typische Handbewegung gemacht habe. Mal so in die Glut kucken. Es werden ein paar Tausend Male gewesen sein.

    Und plötzlich war er da, der Gedanke. Dieser eine, ganz spezielle. Einfach, rein und unschuldig ist er, dieser Gedanke. Ich hab mich immer für ihn aufgespart und den anderen gesagt: „Wenn er da ist werd ich’s wissen. Und dann hör ich auch auf. Und kommt mir nicht immer mit diesen Gebetsmühlen von wegen Gesundheit, 50+ und Finanzen und so. Ich nehm Rücksicht auf Euch Nichtraucher. Und ich weiß auch dass das alles schweineteuer ist. Erzählt mir nix. Lasst mich einfach schmöken, bis er da ist, dieser eine Gedanke. Ich werd ihn euch vorstellen.“

    Wie ich also am 21.12.2012 alleine am Firmen-Aschenbecher herum stand und sinnierend in die Glut blickte, dachte ich: „Bäh.“ Weiß auch nicht warum. Einfach nur „Bäh.“

    Ich hab dann die halbe Zigarette ausgedrückt. Seitdem ist Ruhe im Bau. Ist nicht einfach. War auch Silvester nicht einfach. Ging aber irgendwie. Jetzt nach 2 Wochen läuft’s ganz gut. Den Jieper kann ich immer besser mit dem „Bäh“ wegdrücken. Wie gesagt, ich bin ganz überrascht.

    Was hat mein Geschwafel nun mit dem Artikel zu tun? Mein „Bäh“ kam bei mir aus dem Kopf. Eventuelle Vernunftgründe (Geld, Gesundheit usw.) wären ebenfalls aus meinem Kopf gekommen. Mein ganz spezielles „Bäh“ war einfach da, hatte aber seinen Ursprung in meinem Herzen. Nicht im organischen – das natürlich auch – aber eher im psychischen Herzen.

    Deshalb meine ich: Aufhören fängt nicht im Kopf an, sondern in der Seele. Nur die kann das Wollen wollen. Der Kopf ist nur das Sprachrohr der Seele.

    Euch allen viel Erfolg!

  4. Es ist zu 100% eine reine Kopfsache. Sagt dein Kopf dir nicht das du aufhören möchtest wirst du es auch nicht schaffen. Da helfen keine Pflaster oder sonstiges überteuertes Zeugs.

  5. Das ist auch gemau meine Meinung, dass es sich rein im Kopf entscheidet ob man Erfolg bei der Raucherentwöhnung hat oder nicht. Rauchen ist keine körperliche Sucht sondern alleine die geistige Einstellung ist eine Sucht.

  6. Dieser Beitrag ist wirklich mit Abstand der beste auf diesen Seiten und wahrscheinlich der Einzige, der wirklich zum nicht-mehr-rauchen motiviert.

    Ich möchte dazu nur noch Anmerken, daß man seinen Feind kennen sollte um zu kämpfen – das ist einmal die Sucht (und damit man selbst) – ja, es stimmt, es gibt keinen Unterschied zwischen Zigarettenjunkies und Heroinjunkies, mit Ausnahme dessen, daß Zigaretten legale Drogen sind und damit leicht zu beschaffen.

    Man muß auch den Feind – den Rauchtabak, die Zigarette kennen, und die Tricks der Feinde im Hintergrund, die Generäle im Krieg, den man gewinnen möchte, nämlich die Tabakindustrie. Man muss wissen, was da in den Tabak gepanscht wird (oft bis 10% des Gewichts einer Zigarette sind Zusatzstoffe).
    Daher sollte man sich einmal näher mit MAO-Hemmern beschäftigen, ein Psychopharmaka und den Zusammenhang mit dem Tabakrauchen. Kein Wunder also, daß man sich ohne Ziggies wie der geborene Verlierer fühlt und glaubt, die Droge kann das ändern. Es sind die unlauteren Waffen der Zigarettenindustrie. Kennst Du diese Waffen, dann kannst Du Dich dagegen wehren, auch wens nur „mental“ ist – also – die Idee sich im Kopf festigt: Ich lass mich von euch nicht weiter verarschen, da gehe ich jetzt durch, aber ihr gewinnt nicht.

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