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16:02 Uhr | Donnerstag, 4. September 2008  

Sucht

  

Machen Zigaretten wirklich abhängig?

Der Großteil der regelmäßigen Zigarettenraucher würde sehr gerne mit dem Rauchen stoppen, aber die Mehrheit scheitert oder wird schnell rückfällig. Die Zahl Jener, die endgültig mit dem Rauchen aufhören und abstinent bleiben, ist definitiv vergleichbar mit der von Alkohol- und Heroinabhängigen.

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Herzinfarkt-Patienten hören in den ersten Tage ihres Krankenhausaufenthaltes fast alle auf zu rauchen; doch gut die Hälfte von ihnen fangen   in den Wochen danach doch wieder mit dem Rauchen an, trotz der allgemein bekannten und beschriebenen Risiken: Das Sterberisiko verdoppelt sich im Jahr, das auf einen Herzinfarkt folgt, wenn die betreffende Person ein Raucher ist. Fast 50 % der Personen, die wegen Lungenkrebs operiert wurden, fangen schnell nach der OP wieder an zu rauchen. Dabei sind Krebsarten wie Kehlkopfkrebs oder Lungenkrebs unmittelbar auf den Tabak zurückzuführen, und es bestehen keinerlei Zweifel, daß von der persönlichen Einstellung des Rauchens weitere Vordeutungen zum Krankheitsverlauf abhängen. Raucht ein Patient unbesorgt weiter, so erhöht sich das Risiko ganz erheblich, sich eine andere Form von Krebs einzufangen..
Über 50 % der Frauen, die vor ihrer Schwangerschaft geraucht haben, rauchen später weiter, trotz dass ihr Kind doch ein beträchtlicher Ansporn für sie sein sollte, mit dem Rauchen aufhören zu können! Nur wenige Raucher schaffen es, ihren Tabakkonsum klein zu halten: Rauchen ist für viele nur eine »banale« Angewohnheit.

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Der Großteil der Zigarettenraucher zeigt jedoch alle klassischen Kriterien einer Abhängigkeit. Deshalb kann man sagen, dass die Zigarette für die Mehrzahl der Raucher eine Droge zu sein scheint. Die einzigartige Eigentümlichkeit dieser gefährlichen Sucht besteht darin,   daß sie heimtückisch und verdeckt wirkt. Zigaretten Sucht zeigt auch total andere Erscheinungsformen als Heroin- oder Kokainsucht, die durchweg persönliche, soziale und familiäre Konsequenzen nach sich ziehen. Tragische Ereignisse in dieser Form sind bei der Nikotinabhängigkeit eher die Ausnahme: Die Zigarettensucht wird augenscheinlich akzeptiert, und über einen langen Zeitraum wird sich der Raucher über die Gefahr seiner Abhängigkeit gar nicht bewußt; die daraus resultierenden medizinischen Komplikationen treten erst nach längerer Zeit auf und treffen zum Glück nicht jeden Raucher. Das Risiko ist also von statistischer Natur und dennoch beachtlich. Die Toleranz der Gesellschaft gegenüber Zigarettensucht erklärt auch die außerordentliche Verfügbarkeit des Stoffes: Zigaretten sind absolut allerorts erhältlich, noch dazu zu einem erschwinglichen Preis.

 

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