Tabak Geschichte
Rauchen Geschichte
Wieso raucht man heute überhaupt? Werfen wir einfach mal einen Blick in die Geschichte um eine Antwort auf jene eingangs gestellte grundlegende Frage zu liefern, warum wir überhaupt rauchen.
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Rauchen Geschichte
Alles, was dazu führt, daß Raucher die Anlässe für die gefährliche Abhängigkeit überhaupt verstehen können, mag auch uns helfen, sich von den Zigaretten
zu lösen. Schon vor sehr langer Zeit war das Qualmen Volksbrauch und hatte bei Glaubensritualen einen religiösen Charakter, für die Ägypter z.B. war es Teil von Therapien, sie verwendeten zum Rauchen- nur im Rahmen einer Therapie – diverse Pflanzen wie Tollkirsche und Oregano. Hanf oder Mohn wurden hingegen nur als Genussmittel eingesetzt. Die Römer gelten als Erfinder der Pfeife. Der Terminus »Pfeife« ist abgeleitet vom lateinischen pipa, und bedeutet Röhre. Als Christoph Kolumbus zur Auffindung der Neuen Welt aufbrach und den Tabak in Europa einführte, wurde die verschiedenen Praktiken des Rauchens populär; 1492 sahen europäische Augen erstmalig Indianer die Tabak rauchten. Für Indianer hatte Tabak heiligen Charakter und wurde oft bei religiösen Zeremonien eingesetzt; Schamanen brachten sich in einen Rauchzustand indem sie den Tabak in rauen Mengen einnahmen. Um das Gefühl der Nähe mit den Geistern zu erreichen und um das Wissen zum Heilen und Weissagen zu erhalten wurde teilweise sogar tranceähnliche bis komatöse Zustände erreicht. Dafür wurde der Tabak geschluckt oder geschnupft . Der Tabak hatte dennoch stets auch einen therapeutischen Aspekt: Bei den Naturvölkern wurden die Blätter des Tabaks zumeist gekaut und dienten vornehmlich als Stimulans oder zum Unterdrücken des Hungers. Der Tabak hatte auch die Aufgabe, das gesellschaftliche Miteinander zu unterstreichen: Nach dem Essen wurde zusammen geraucht. Tabak hatte für die Naturvölker folgende Vorteile:
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Er konnte den quälenden Hunger unterdrücken
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Angst sowie Traurigkeit lindern und die Stimmung zu heben . (Psychoaktive Wirkung )
Es ist heutzutage bekannt daß diese Wirkungen mit den neurobiologischen Eigenschaften des Nikotins verkettet sind und damit eine der Hauptgründe für den Tabakkonsum, speziell Zigaretten, darstellen. Weiterhin macht sich die moderne Medizin einige positive Wirkungen des Nikotins für die Behandlung mancher Krankheiten zunutze. Der Trupp um Christoph Kolumbus begann es den Indianern nach zu machen und rauchte die Tabakpflanzen. Kolumbus Leute lernten ihre Wirkung recht schnell zu schätzen und brachten Tabakblätter mit in ihre Heimat nach Spanien. Dort rauchten die Leute Unmengen davon , genossen das schöne Gefühl und waren sich bewusst, dass das Aufhören mit dem Rauchen unmöglich schien. Tabak wurde dann um 1556 auch in Frankreich angebaut. 1561 führte Jean Nicot, Botschafter beim portugiesischen König Sebastiäo, die Pflanze am französischen Hof, bei Katharina von Medici, ein. Er gab ihr den Namen Nicotiane Viele verschiedene Eigenschaften wurden der Pflanze zugeschrieben: »Tabakwasser verbessert das Sehvermögen, entfernt Flecken im Gesicht , wirkt gegen Kurzatmigkeit, Rheumatismus, Fieber, und Wassersucht; es stoppt Bluthusten und fördert das Gebären. Tabak war also das »Allheilmittel« überhaupt, ein Wundermittel schlechthin. Der Terminus >> Tabak << hat seine Herkunft von amerikanischen Begriffen , jedoch ist nicht klar , ob das Wort >> tabaco << mit der Insel Tobago zu tun hat . Es könnte auch sein, so wird zumindest oft behauptet, dass der Tabak seine Herkunft von der mexikanischen Stadt Tabasco hat oder auch denkbar ob es vom Namen des Röhrchens abgeleitet wurde mit dem Indianer rauchten.
Wie das Nikotin die Welt erobert
Zuerst widmeten sich nur die beiden Länder Portugal und Spanien dem nach Europa eingeführten Tabak. Doch schon kurze Zeit später verbreitete sich der Tabak wie eine Seuche und viel über ganz Europa, Afrika, Rußland, Ostindien bis nach Japan her. Diese gewaltige Verbreitung geschah übrigens in einer Zeit wo es keine weltweite Werbung , Professionelle Logistik und Transportmittel gab .
Der Tabak verschaffte den Menschen eine Art heimliches Vergnügen und erfreute sich einer überaus großen Beliebtheit bei allen Menschen egal welcher Gesellschaftsschicht. Der Tabak stellte eine große Versuchung dar, der nur wenige Menschen widerstehen zu vermochten; Die Meisten konsumierten ihn in all seinen Formen: Ob als Kautabak, Schnupftabak, in der Pfeife, Zigarre, Zigarette, Zigarillo und das schon seit Zeiten von Christopf Kolumbus.
Die Frage lautet aber schon seit jeher, worin diese unsagbar magnetischen Eigenschaften der Tabakpflanze bestehen und wie sie weltweiten „Ruhm“ erreichen konnte? Die Tabak-Pflanzen sind etwas Schönes für den Geist, weil sie den Kummer eindämmen und natürlich innerhalb von 2 bis 3 Tagen jemanden süchtig machen können; man gewöhnt sich zu schnell daran. Man will den Tabak Tag und Nacht weil er eine wahre Freude für den Geist zu sein scheint und jeglichen Kummer der Seele vergessen macht. Rauchen konnte man jederzeit, egal ob beim Essen , beim Gespräch oder vor dem Zubettgehen und natürlich auch nach dem Sex.
Um Siebzehnhundert wurde Tabak auf vielerlei Arten eingenommen: Kautabak wurde überwiegend von ärmeren Schichten und von Seefahrern verwendet. Aber meistens wurde er geraucht, was dazu führte, dass die Beliebtheit der Pfeife in außerordentlichem Ausmaß anstieg. Die Gestaltung der Pfeife war sehr facettenreich, nahm immer ausgeklügeltere Formen an, einige Exemplare von Pfeifen stellten buchstäbliche Kunstwerke dar. Der Tabak erreichte eine immer stärkere geographische Verbreiterung und seine massive Ausdehnung in allen sozialen Schichten sorgte aber auch vereinzelt für negative Reaktionen samt strenger Sanktionen:
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Der englische König Jakob I. ließ einen Raucher hinrichten, weil er den Tabak aus den USA in England eingeführt hatte.
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Leider kam es kurzzeitig in Mode auch beim Gebet zu rauchen. So war Papst Urban VIII. gezwungen, eine Bulle aufzusetzen, welche festsetzte, dass jeder, der in der Kirche Tabak raucht exkommuniziert wird.
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In Persien wurden Raucher verstümmelt.
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Auch in Konstantinopel wurden Raucher hingerichtet.
Obwohl die Strafmaßnahmen sehr brutal ausfielen, hatten sie keine Wirkung; Es wurde weitergeraucht. Auch um die Gesundheit der Raucher bestand damals wenig Sorge, vielmehr waren die Regierungen daran interessiert, den Tabak zu benutzen um Wohlstand sichern zu können. Der Staatshaushalt profitierte vom Verkauf der Tabakernte und auch die Tabaksteuer sorgte für starke Einnahmen Das Zigarettenrauchen wurde zu einer Mode , war im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte aber auch Wandlungen unterworfen.
Im 19. Jahrhundert erfasste der Tabak-Konsum nahezu alle gesellschaftlichen Schichten. Das Rauchen von Pfeife und insbesondere von Zigarren war Symbol des sozialen Aufstiegs. In der Arbeiterklasse wurde entweder Pfeife geraucht, oder es wurden selbstgedrehte Zigaretten oder aber Kautabak eingenommen Die Popularität des Schnupftabaks hingegen schrumpfte zusehens. Die Zigarette entstand übrigens auf etwas unrühmliche Art und Weise: Penner sammelten Zigarrenreste von der Straße , rollten die herausgefallenen Tabakkrümel in Papier und rauchten sie weiter. Die Bettler nannten sie >> Papalates << was so viel wie >> kleine Zigarre << bedeutet. Soldaten der Napoleonischen Armee (Frankreich) führten die Zigarette dann offiziell ein. Die Zigarettenherstellung begann in Frankreich und die ersten Zigaretten-Werkstätten entstanden um 1850; die 1. automatische Zigarettenmaschine datiert von 1880. Industriell produzierte Zigaretten wurden anfangs nur schwer von der Bevölkerung angenommen. Erst die beiden Weltkriege trugen zu ihrer weiteren Verbreitung bei. Der Tabak war für Soldaten quasi überlebensnotwendig geworden, er sollte Angst und Unruhe ausmerzen und die Moral stärken. Deshalb wurde Tabak in größeren Mengen an die Soldaten ausgeteilt Der Siegeszug des Tabaks nahm ab den 60ziger Jahren über die Zigarette eine ungeahnte Größe an. Andere Formen des Tabakkonsums nahmen exponentiell ab. Der Genuss von Zigaretten wurde innerhalb nur kurzer Zeit zu einem alltäglichen Phänomen. Aber der Genuss der Zigaretten wurde auch unterschätzt, in den 70 er Jahren galt das Rauchen nur als ein harmloses Vergnügen. Das Vergnügen übrigens galt als Schlagwort dessen Anwendung zur Zigaretten-Verbreitung maßgeblich beitrug. Zigaretten wirken schnell, aber sie sind auch weitaus gefährlicher als z.B. Zigarren. Der Zigarettenrauch wird voll inhaliert, was zur rasanten Verbreitung seiner giftigen Elemente im menschlichen Organismus führt. Die Teile, die sich im Rauch der Zigarette befinden, sind dabei so klein, dass sie von der Lunge nicht gefiltert werden können. So gelangen sie über das Blut in alle Bereiche des Körpers und richten dort Schaden an. Die massive Verbreitung des Gifts im Körper ist bei anderen Arten des Tabakkonsums nicht so der Fall. Außerdem wird beim Inhalieren in relativ großem Umfang Nikotin absorbiert, das in kurzer Zeit die Lunge ansteuert kann: dort erstmal angelangt, kann das Nikotin sehr schnell ins Gehirn hinauf steigen, wo es vielförmige psychoaktive Reaktionen hervorruft. Das eifrige Ansteuern der Hirnzentren durch Nikotin erklärt die Stärke der von Zigaretten ausgelösten Abhängigkeit; und diese Abhängigkeit ist es, die Zigarette mit Drogen wie Heroin, Kokain, Cannabis in Verbindung setzt. Die Droge Nikotin konnte sich auch nur in Europa und anderen Weltteilen so gewaltig verbreiten, weil die Risiken erst seit wenigen Jahren erwiesen sind. Zwar versuchten schon Mitte des 19. Jahrhunderts renommierte Mediziner vergebens das Öffentliche Interesse auf die Risiken des Tabakkonsums zu lenken, doch sie stießen leider nur auf Ungläubigkeit. Die spätere Einsicht in die Gefährlichkeit der Zigarette könnte folgender Umstand zugrunde liegen:
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Die allgemeine Lebenserwartung der Bürger stieg an, so konnten die durch Zigaretten ausgelösten Komplikationen über längere Abstände erforscht werden.
Somit erfuhr die Zigarette eine Imageveränderung innerhalb der ganzen Gesellschaft, was dazu führte, dass sie nicht mehr nur banalisiert wurde sondern als wahres Gift betrachtet wurde. Dann, in den 50er Jahren , folgten auch endlich wissenschaftliche Beweise: Der Engländer Doll brachte zum ersten Mal Lungenkrebs und Zigarettenkonsum in Verbindung. Ab 1960 ergaben weitere Analysen, dass Zigaretten bz.w Tabakkonsum ein enormes gesundheitliches Risiko darstellt Die Konsequenzen des Rauchens lagen also auf der Hand und so versuchten einige mittels Info-Kampagnen und Gesundheitserziehung die Bevölkerung zu warnen und das Übel, die Zigarette, zu meiden. Die Tabakindustrie stellte sich dagegen, weil sie ein aufgeklärtes Volk fürchtete. Doch renommierte Mediziner waren bereits mobilisiert und betrachteten die Zigarette als das was es ist: Eine Seuche, die über die Menschheit hergefallen ist. Mediziner versuchten schließlich die Regierung miteinzubinden, was zu einigen Triumpfen führte. Gesundheitsminister verabschiedeten z.B. Gesetze, die die Tabakwerbung einschränkten Die Gesetzesgebung erwies sich allerdings als schwieriger als zuvor gedacht:. Zwar wurden gute Resultate erzielt, weil der Tabakkonsum abnahm, aber der hohe Preisanstieg der Zigaretten führte nur dazu, dass der Verkauf losen Tabaks für selbstgedrehte Zigaretten, der günstiger ist, aber auch viel ungesünder, erneut ansteigen. Weiter tragisch war hinzu, dass gerade junge Menschen anfingen, geschmuggelte Zigaretten unbekannter Herkunft einzunehmen. Alle Resultate waren nicht befriedigend und noch lange nicht dort, wo die Hoffnungen mit allen Informationskampagnen hingingen.; Der Grund war vielleicht der, dass die Zigarette kein Konsumartikel wie andere ist. Wenn z.B: Schweinefleisch unter Verdacht steht, eine Krankheit zu übertragen, bricht der Verkauf in ein paar Wochen schon völlig zusammen. Doch bei Zigaretten verhält es sich anders, denn seit mehr als 30 Jahren ist bekannt, daß Rauchen ein tödliches Risiko darstellen kann, und trotzdem schrumpft die Zahl der Raucher kaum und jeden Tag fangen mehr Jugendliche und sogar schon Kinder mit dem Rauchen an. Der Tabak stellt für einige Raucher eine echte legale Droge dar, die wie andere Drogen keine offensichtlichen psychischen Störungen hervoruft., deren Konsum jedoch verblüffenderweise alle Eigenarten einer echten Abhängigkeit aufweist. Die Verkennung der wirklichen Natur der Zigaretten hatte viele negativer Konsequenzen:
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Starke Raucher, die schon seit Jahren abhängig waren, fühlten sich plötzlich an den Pranger gestellt und waren dementsprechend nicht empfänglich für alle »Anti-Tabak«-Kampagnen
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Es kam sogar zu Auseinandersetzungen zwischen Rauchern und Nichtrauchern.
Wenn wir also rekapitulieren, dann stellen wir überraschenderweise fest, daß bei den Indianern Amerikas und in Europa seit dem 17. und 18. Jahrhundert alle wohligen und schönen Empfindungen durch Tabakgenuß in all seinen mannigfaltigen Formen vormals als bekannt galten. In sehr vielen literarischen Texten werden die Vorzüge von Pfeife und Zigarre bis ins Detail beschrieben. Es war mithin also bekannt, dass Tabak, später auch Zigaretten, folgende Vorzüge aufweise:
·Tabak sorgt für Entspannzung und beschert Vergnügen.
· Tabak unterdrückt Hungergefühle
· Tabak wirkt gegen Unruhe & Angst.
· aktiviert geistige Fähigkeiten
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Merkwürdig ist, dass diese »Wohltaten« ab dem Moment, als die Risiken der Zigaretten bekannt wurden, in Vergessenheit gerieten. Die durch Zigaretten ausgelöste Abhängigkeit stellte das größte Problem dar, denn es wurde ab jetzt nicht mehr geraucht des Genusses wegen, sondern um das schmerzende Gefühl des Entzugs zu beheben.
Es ist also ein großer Unterschied, ob jemand raucht, um sich besser zu fühlen oder ob jemand raucht um sich nicht mehr schlecht zu fühlen. Es war also so, dass man allgemein und voller Naivität annahm, man bräuchte zunächst den Rauchern nur beibringen, daß Zigaretten Lungenkrebs und andere Krankheiten auslösen, um ein rapides Absteigen des Tabakkonsums zu erzielen. Doch heute weiss man, daß dies der falsche Weg war. Die Erkenntnis war also, dass man -um Rauchen wirksam und nachhaltig eindämmen zu können- die Gründe zuerst suchen musst, weshalb Menschen mit dem Rauchen überhaupt anfangen. Und Anfangen sollte man selbstredend bei der Jugend, denn wer in jungen Jahren zur Zigarette greift, hat es extrem schwer damit später wieder zu brechen. Weiter musste unbedingt der Frage nachgegangen weren, wieso das Aufhören mit dem Rauchen so schwer ist Jeder Raucher hat zwar andere Motive und Gründe dafür, aber vielleicht ist es so möglich eine Art Muster zu erkennen und weitere wichtige Erkenntnisse im Kampf gegen das Rauchen zu gewinnen. Präventionsaktionen sind zwar sehr löblich, aber ein starker Raucher wird die mit der Zigarette positiv verbundenen Empfindungen nicht mehr so schnell vergessen können und wirklich gute Ersatzangebote sind auch rar. Das Gefühl des Mangels ist quälend und man benötigt eine große Portion Hoffnung um es zu ertragen.











